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beit von der Unwahrheit zu scheiden wissen." Wohl leicht mög-lich ist es, daß Johann Sigismund aufrichtig und fleißig seineGlaubenslehre studirt hatte, daß er sich treffich auf die Polemikund die kirchlichen Controversen verstand, daß die Bibel ihmstets zu Gebote stand bei Vertheidigung seines Glaubens. Erwar erzogen im unversöhnlichsten Hasse gegen die Calvinisten.Schon in früher Jugend mögen ihm die Grundansichten seinesVaterS Johann Georg über die Calvinisten beigebracht wordensein, welche in einer Erklärung enthalten waren, die auf einerSynode zu Stettin 1593 gegeben worden: „die Calvinistenführen uns in den Artikeln der Person Christi, der Vorherbe-stimmung, des Abendmahls und der Taufe aus dem Gottes-dienste zur Verachtung Christi, aus dem Tröste zur Verzweiflung,aus dem Worte zu den bloßen Elementen und aus dem Himmelzur Hölle. Deßhalb erfülle uns Gott mit Haß gegen den Cal-vinismus."') Sein Lehrer in der Religion, Simon Gedicke,unterließ es in seinem Fanatismus nicht, diese Ansichten tieferin das junge Herz einzupflanzen und ihm die Calvinisterei mitden unter den Lutheranern üblichen Farben als den geradenWeg zur Hölle zu malen. Diese absprechende und verdammendeWuth gegen den Calvinismus hatte den Prinzen nicht abhaltenkönnen, sich auch selbst Ueberzeugung zu schaffen, in wie weit dieLehre der Calvinisten so gar verdammenswerth sei. Durch dasnachdenkliche Lesen calvinischer Bücher begann er allmählich anden lutherischen Glaubenssätzen irre zu werden und sich mehrmit dem verstandesmäßigen Calvinismus zu befreunden. AchtJahre lang hat er seine andere Ueberzeugung verborgen, bis er1613 öffentlich vor der Welt damit auftrat und sie in seinemGlaubensbekenntnisse, eout'vssio käei .Zolmnnis Sigisuiuirck!/)darlegte. Er sah ein, daß er seinen eifrig lutherischen Untertha-ncn dieses seines eigenen Uebertrittes wegen schon Aergerniß gc-
t) Menzel, Bd. t>. S. 77.2) v. Meteren, Buch 3t.