Es arbeitete mit den Niederländern Hand in Hand. Seitdemder Versuch mißlungen war, durch die Vermählung des Thron-erben Carl mit der Tochter Philipp's von Spanien, Eng-land, wenn auch nicht ganz zum katholischen Glauben zurückzu-bringen, so doch wenigstens zu einer gewissen Parität und Neu-tralität in Neligionssachen zu führen, schmiegte es sich durch denSieg ocr calvinischen Partei im Parlamente ganz nach calvini-scher Politik, sympathesirte mit den Niederländern im Hasse ge-gen die katholische Kirche, im Streben die deutschen Verbältnisseimmer mehr zu verwirren und im Bemühen der calvinischcnPolitik, demokratischen und republikanischen Gesinnungen dasUebergewicht und den Sieg zu verschaffen. Durch englischesGeld und mitunter auch durch englische Truppen wurden die vonHolland gewonnenen deutschen Republikaner und Abenteurer im-mer in frischem Athem gegen die Habsburgischen und katholischenInteressen gehalten.
Seit in Frankreich Richelieu an die Spitze der Verwaltunggetreten war (1624); seit hier eine Hand das Staatsruder er-griffen hatte, welche es mit überwiegender Kraft und eminentemTalente verstand, die Politik Heinrich's !V. wieder verderbendfür Deutschland in's Leben zu rufen, allenthalben Zwietracht aus-zustreuen, um für Frankreichs Krone den Preis des Zankes zuärnten und Deutschland nicht zu Athem kommen zu lassen, umfür Frankreich im Trüben fischen zu können, seitdem kamen auchdie Franzosen wieder an den Rhein und ließen bei ihrer nurauf Verwirrung Deutschlands und Schmähung der Habsburgi-schen Macht zielenden Politik an verderblichem Einflüsse, anZerrüttung und Verwüstung der deutschen Gauen den Hollän-dern und Engländern nichts nach, vielmehr übertrafen sie selbigenoch an Muthwillen und Rohheit in Sengen und Brennen Diefranzösischen Katholiken kümmerten sich eben wenig darum, obsie ihren katholischen Mitbrüdern am Rhein daS Fell über dieOhren zogen, wie die Hugenotten darauf sahen, ihre calvinischeuBrüder in Deutschland zu schonen. Der katholische Cardinal