nahm ganz die calvinische Politik der Niederländer an, undsuchte durch heimliche Besoldungen verrätherischer deutscherStaatsmänner, wie fanatischer Abenteurer, unpatriotischer Für-sten die Manipulationen gegen den Kaiser immer rege zu halten,und sandte das Blutgeld, welches er durch die verschiedenstenFinanzkünste den Bauern und Bürgern abzuzwacken wußte, alsKaufschilling zu den deutschen Verräthcrn, auf daß sie ihr Va-terland an Frankreich verkauften und allenthalben französischeSympathien weckten. Durch die verschiedensten Jntriguen wußteder Cardinal einzelnen deutschen Fürsten Freund zu scheinen, inder That aber allen Feind zu sein. Durch Jntriguen und ge-heime Bündnisse wußte er im entscheidenden Augenblicke denPatrioten die Hände zu binden, welche seinen Einfluß kanntenund selbigen durch offenen Kampf zu schwächen Muth und Kraftbesaßen. So wollte einmal Tilly, welcher der Franzosen ver-dächtiges und verderbliches Treiben erkannte, auf sie losschlagenund sie von den deutschen Gränzen vertreiben; aber Richelieuhatte Mar von Baiern umgarnt, und dieser erste Vertreter derdeutschen Interessen mußte dem tapfern Tilly den Rath geben,nichts gegen den Erzfeind Deutschlands zu thun. Durch seineKunst, einzelne deutsche Herren zu gewinnen, zu verblenden undzu ihrem eigenen wie der übrigen Mitstände des Reiches Ver-derben zu gebrauchen, gelang es ihm, eine große Strecke deSdeutschen Reiches an der nordwestlichen Gränze Frankreichs inseine Plane zu verwickeln: es war das Gebiet der Bischöfe vonSpeier und Trier. Durch das Versprechen seiner Beihülfc zurErlangung der höchstmöglichen unumschränkten Herrschaft wußteer den neuen Besitzer des Hochstiftes Speier und neugesctztenChurfürsten von Trier, Philipp Christoph von Sötern in seinePlane zu ziehen. DaS Beispiel der höchsten Souveränität brauchteder Kardinal dem Bischöfe nur im französischen Könige vorzu-halten, und der ehrgeizige, ränkesüchtige Prälat that Alles, wasRichelieu verlangte; das ganze deutsche Reich hätte er verrathen,und verkauft, wenn ihm dafür nur Mittel gegeben wurden,
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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
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