— 331 —
tcn, in's Werk zu setzen, worüber sie übereingekommen. 'Abertrotz dem, daß der Pfalzgraf persönlich nach Spanien reiste, umden König zur Abberufung der spanischen Truppen zu bewege»,konnten die gedrückten Lande nicht von den fremden Gästen be-freit werden und zu Ruhe und Frieden gelangen. Es warennicht mehr die jülichschcn Erbstreitigkeiten, auch nicht mehr diespanisch-niederländischen Angelegenheiten, welche hier die fremdenTruppen beschäftigten, sondern das in diesen Gegenden glim-mende Kriegsfeuer hatte sich mit den an der entgegengesetztenSeite Deutschlands, in Böhmen, entstandenen Wirren, zu derverderbenden Flamme des dreißigjährigen Krieges verschlungen.Es waren auf beiden Seiten Deutschlands gleiche Interessen,katholische und protestantische, die einander gegenüber standen,und an beiden Seiten waren es dieselben Parteien, welche un-ter dem Schilde dieser Interessen ihre politischen Zwecke verfolg-ten, das Haus Habsburg, die Niederlande und Frankreich. DieHolländer freuten sich, daß sie in jenen Ländern ihr Ziel, einengroßen Thcil von Deutschland gegen das Haus Habsburg indie Waffen zu rufen, durch ihr Geld und ihre Jntriguen er-reicht hatten. Sie hatten recht wohl eingesehen, daß es umibre Freiheit geschehen sein werde, wenn das Kaiserhaus unan-gefochten bliebe, dann ein tüchtiger Kaiser den Thron bestiege,seine Waffen vielleicht erst gegen das clevische Land und dannim Bunde mit Spanien auch gegen die Niederlande richtete.Die ungeheuren Neichthümer, welche sich die Holländer durchFleiß und durch ihre Handelöspekulationen verschafft hatten, ga-ben ihnen Geldmittel in Fülle, die habsüchtigen deutschen Für-sten für ihre Interessen gegen das deutsche Beste zu empören.ES war ihnen hierdurch leicht, deutschen Herren, wie dem Gra>fen von Mansfeld unv Christian von Halberstadt, ein Heer Söld-ner zu werben, um den Kaiser immerfort zu beschäftigen, undin Schach zu halten. Nicht weniger als Holland mischte sichauch England in die verwickelten Verhältnisse Deutschlands undtrug sein Gutes dazu bei, dieselben noch verwickelter zu gestalten.