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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
Entstehung
Seite
327
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zwischen der brandenburgischen und pfälzischen Negierung so,daß er mit Recht an einem weiteren friedlichen Nebeneinanderzweifeln mußte. Während er in Baiern gewesen, hatte sich derMarkgraf Ernst bezüglich der allgemeinen Landcsangelegcnheitenein solches Betragen angemaßt, welches nur geeignet sein konnte,einen offenen Streit mit dem Pfälzer hervorzurufen. Erncst, undnach seinem Tode den IL. Scptbr. 1613 des Churfürsten SohnGeorg Wilhelm, hatte allerlei Verfügungen erlassen, welche nurvon beiden gemeinschaftlich erlassen werden sollten und hatte sichdas Ansehen gegeben, als ob er die Regierung für sich allein inAnspruch nehmen wollte. Das konnte die Animosität deS Pfäl-zerS gegen den Brandenburger nur erhöhen. Seine Erbitterungmußte noch mehr steigen, wenn er mitunter von manchen Unge-rechtigkeiten hörte, welche sich die Brandenburger gegen die Ka-tholiken erlaubten. Seit der Pfalzgraf mit Baiern in Unter-handlungen getreten, wollte er die Katholiken glimpflich behan-delt wissen, zum Wenigsten verlangte er, daß man sich in Be-treff der Religion durchaus nicht über die oben angeführten ReVersalien hinwegsetzen solle. Aber der Markgraf schien sich we-nig um diese gesetzlichen Gränzcn zu kümmern, sondern suchtedie Katholiken theils aus angezogenem Katholikcnhaß, theils auchaus Oppositionsgeist gegen den Pfalzgrafcn/'fortwährciid zu be-lästigen. Als Wolfgang Wilhelm Anfangs Mai 1614 in dieuilichschcn Lande gekommen war, zeigte sich sofort das größteMißtrauen zwischen beiden Fürsten. Jeder umgab sich mit einerstarken Leibwache. Keiner wollte des andern Verfügungen zuRecht bestehen lassen; was der eine lobte, tadelte der andere;was der eine befahl, ward vom andern verboten. Namentlichzeigten sich solche Widersprüche in der Festungsbausache zu Mühl-Heim. Auf den Antrag der Stadt Köln war ein kaiserlicherSpruch auf Schleifung der mühlheimer Festungswerke ergangen.Ncuburg bot Alles auf, um diesen Spruch zur Erckution zu brin-gen; Brandenburg dagegen suchte die Mühlheimer bei ihremBau zu schützen. Beiderseits mochte man hiebet schon im Ge