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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
Entstehung
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ganzen Plane war nur die Ncligionsverschiedenheit. Der jungePfalzgraf mußte, wie für die katholische Sache im Allgemeinen,so auch persönlich für das katholische Bekenntniß gewonnen wer-den. Das war schwer, und es würde wohl schwerlich gelungensein, wenn nicht Wolfgangs Rachedurst die Sache erleichterthätte. ES war keine Kleinigkeit, ihn, dem am Hofe seines eif-rigen Vaters die lutherische Lehre so fest eingeprägt worden, zuandern religiösen Überzeugungen zu bringen. Aber man ver-suchte diese Aufgabe. Man machte ihn zuerst auf die Schwie-rigkeiten aufmerksam, welche der beabsichtigten Verbindung durchdie Verschiedenheit des Religionsbekenntnisses im Wege standen,und lud ihn ein, dieselben dadurch zu heben, daß er sich durchUnterredungen mit einsichtigen Katholiken von dem Jrrthum sei-ner Religion und der Wahrheit der katholischen überzeuge.Der Pfalzgraf nahm das Anerbieten solcher Ncligionsgesprächean, und wurde endlich, nachdem er siebenmal mit dem Herzogeund einem Edclmanne zusammen gekommen war, zu dem Ge-ständnisse bewogen,es sei ihm auS diesen Unterredungen klargeworden, daß die katholische Religion sehr einleuchtende Gründefür sich habe/' Auch mit Jesuiten kam er zusammen, und ihrergründlichen, gelassenen Polemik gegenüber konnte er nicht sieg-reich bestehen. Er wurde durch sie zu immer größern Zweifelngeführt. Da schürte man das Feuer und empfahl ihm dieSchriften des Canisius und der Kirchenväter; diese brachten ihnzu immer größerem Wanken. Politische Gründe, Eifersucht, Ei-gennutz, verschiedene Versprechungen brachten ihn endlich zumgänzlichen Abfall von seines Vaters Glauben, und er verstandsich dazu, im Geheimen am 14. Juli 1613 in München zurkatholischen Religion überzutreten. Nun kam die Heirath zuStande, und die Hochzeit wurde am 11. November zu Mün-chen gefeiert. Hierauf zog Wolfgang Wilhelm mit seiner Neu-vermählten in sein jülichscheS Erbe und bezog das Schloß zuDüsseldorf, welches für Brandenburg und Pfalz zu gemeinschaft-lichem Gebrauch bestimmt war- Hier traf er die Verhältnisse