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übereinstimmte. Die Protestanten mußten außerdem nach gerech-ter Weise fürchten, daß sie unterliegen würden, wenn sie in glei-chem Tone antworteten. Wie man von Seiten der Protestan-ten an der Religion nicht um ihrer selbst wegen hing, sonder»selbige so zusagen nur als Mittel zur Befriedigung des Parlci-hasscS brauchte, so kümmerte man sich auch wenig um die wohl-lhätigen und heilsamen Früchte der Religion, und bürgerlicheund häusliche Tugenden. Reiner und glänzender standen in die-ser Beziehung katholische Fürsten und katholisches Volk. Dennbei Weitem mehr sittlichen Ernst als die protestantischen Pre-diger zeigten die Jesuiten, welche Lehrmeister der katholischenFürsten geworden waren und den Unterricht der katholischen Ju-gend meist an sich gezogen hatten. Die Fürsten, welche sich dieJesuiten zu Lehrern gewählt hatten, scheuten sich sehr vor de»strengen Moralisten, welche unnachsichtig nach den einmal aufge-stellten Regeln zu Werke gingen. Weniger fürchteten die prote-stantischen Fürsten ihre Hofprediger, die sie nur als Werkzeugeihres Willens zu gebrauchen gewohnt waren. Darum findenwir weniger die große Sitcenlosigkeit an den katholischen alsan den protestantischen Hofen. In den verschiedensten ab-schreckenden Bildern zeigten sich die schlimmen Früchte da-von, daß die protestantischen Fürsten sich der Aufsicht derKirche entzogen hatten und sich selbst höchstes Gesetz inSitten und Zucht geworden waren. Wir brauchen nur zuerinnern an den Churfürsten Joachim II. mit seinen Mä-tressen und Bachanalien auf seinen vielen Lustschlössern, anden Churfürsten August II. von Sachsen mit seinen Saufereienund Gelüsten, und ihnen blos gegenüber zu halten die nüchternenKaiser Mar II. und Ferdinand II., den Herzog Maximilian vonBaiern, den Herzog Wilhelm von Baiern und Ferdinand vonTprol. Bei den geistlichen Fürsten hatte das Concil von Trientmit seinen heilsamen Reformbeschlüssen sehr viel dazu beigetra-gen, daß die Schilderungen Wicel's nicht mehr solche allgemeineAnwendung auf sie fanden, und daß sie größcntheils mehr ihrem