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weise protestantischem Territorium. Mit Hülfe kölnischer undspanischer Soldaten überrumpelte er die einzelnen Schlösser.Ein provisorischer, stets aber durch Waffengewalt und durchdas Reichsgericht angefochtener Besitz des größten Theiles derHerrschaft blieb dem Grafen Philipp, bis endlich 1611 einVergleich zu Stande kam, wodurch ihm Schleiden und Saffen-burg zugestanden wurde; die übrigen Herrschaften aber kamenin die Hände anderer Erben. Philipp, dem Testamente Die-trich's, wie seinem eignen Versprechen bei der Huldigung nach-kommend, änderte in der Religion nichts; er verhielt sich aberauch ruhig, als die Protestanten durch spanische Garnison ausdem Besitz der Pfarrkirche getrieben wurden und sich mit dervon Dietrich IV. erbauten Hospitalskirche begnügen mußten.Nach dem Tode Philipp's (1612) fiel die Grafschaft an seinenSohn Ernest, dessen streng katholische Gesinnung den Protestan-ten nicht geringe Besorgniß einflößte. Darum ließen sie sichvor der Huldigung das Versprechen geben, daß er, wie dasTestament Dietrich'ö VI. es verlange und wie sein Vater esauch versprochen, „das Erercitium der wahren unverändertenaugsburgischen Confession zugethanen Religion allhier wie bisdahero, also auch in's Künftige und vorhin ohne einigen Ein-tracht oder Hinderniß zu haben, behalten und zu lassen."Ernest gab darauf feierlich das Versprechen, „die Bürgerschaftzu Schleiden nicht allein bei allen politischen Freiheiten, Rechtund Gerechtigkeiten, sondern auch in s^x-eio bei freier öffentlicherBeriibung der evangelischen Religion, wie dieselbe in offenbarenKirchen allhie bis daran ercrzirt, erhalten und gefunden worden,nicht zu turbiren, sondern gnädig zu manuteniren."') Darauferhielt er die Huldigung. Was er versprochen, hielt er, und,so lange seine Unterthanen bei der augsburgischen Confessionverblieben, war es fern von ihm, sie in ihrer Neligionsübungzu behindern. Ausgewanderte Reformirte aus Aachen störten
1) Kullenberg, S. 41!,