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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
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wie dem Prediger Reiner von Call zu Udenbreth: er war einentsprungener Mönch aus Mariawald und erhielt mit einer jü-dischen Convcrtitin als Frau, wahrscheinlich einer beliebten desGrafen, welcher dieser lebenslänglichen Unterbalt versprochenbatte, die Pfarrei Udenbreth. Den schlichten Bauern und Kohlbrennernscheint aber die Neuerung schlecht zugesagt zu haben; die Opferflössen schlecht, der Zehnten ging schlecht ein, und der Pfarrermußte, wie eine alte Handschrift sagt, mit seinen Söhnen arbei-ten wie ein Bauer und Kohlenbrenner, und zuletzt sah er sichgenöthigt, wieder katholische Dienste zu thun.') Ihrem Bekennt-nisse nach waren diese Prediger alle streng lutherisch, welchesdie obengenannte Bittschrift beweist, worin sie den Grafen drin-gend baten, der Vermehrung und Ausbreitung der aus Frank-reich zahlreich einwandernden Reformirten Schranken setzen zuwollen. Nach Dietrich's Tode ward hier der Protestantismusdurch einen katholischen Verwandten, Philipp von der Mark,Herr zu Lümain, Gemahl von Dietrich's Schwester Elisabeth,schwer gefährdet. Durch seinen Urgroßvater Wilhelm, Eber derArdennen, war er mit dem arembergischen Hause verwandt; erbatte auch das Blut der Aremberger, welche mit Leib und Lebenfür die katholische Sache standen und deren Zweige, sich nachBrabant hinein vertheilend, ganz mit den spanisch-österreichischenInteressen verwachsen waren. Nach dem Tode Dietrich's, wel-cher 1592 kinderlos starb, war Philipp der erste und kühnstevon den vielen Verwandten, welche auf die bedeutende Nach-lassenschaft Anspruch machten. Starb in damaliger Zeit einmächtiger Dynast ohne Erben, so war die Nachlasscnschaft wieherrenloses Gut: fast Alle, die nur irgendwie, auch nur schein-bare Ansprüche an das Erbe zu haben glaubten, suchten sich ei-nen Theil der Beute zuzuwenden. So war es auch hier: inden verschiedenen Theilen hatten sich verschiedene Verwandtenfestgesetzt, aber Philipp war Allen zu mächtig; .Köln und Spa-nien unterstützten gerne den katholischen Prätendenten auf tbeil-

I) Jost, S. 14.