Druckschrift 
Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
Entstehung
Seite
301
Einzelbild herunterladen
 

Geschichtschreibcr angestellt mit der ausdrücklichen Bestimmung,neben andern die gantze Histori der ernewerten Religion zu be-schreiben". Er stand schon in solchem Ansehen bei den Prote-stantischen Fürsten, daß er bald darauf als Gesandter nachFrankreich und England geschickt wurde, um zwischen beiden KiHnigen den Frieden zu vermitteln. Im November 155 t wurdeer von der Stadt Straßburg als Gesandter auf das Concil znTrient geschickt, wo er sich fünf Monate hindurch ohne etwasErhebliches gethan oder gesprochen zu haben, aufhielt und dannwieder nach Straßburg zurückkehrte. Hier lebte er mit seinerFrau und drei Töchtern der Ausarbeitung seiner Geschichte undstarb am letzten Oktober 1556.')

Nach Dietrichs !V. Tode kam sein ältester Sohn Dietrich V.zur Negierung H1551 1566). Dieser war in Betreff derReligion von gleicher Gesinnung mit dem Herzoge Wilhelm vonJülich, bei welchem er auch in so hohem Ansehen stand, daß erim September 1553 bei der Taufe der Wich'schen PrinzcssinnMagdalena mit der Gemahlin des Grafen von Mors, Magda-lena von Nassau, als Pathe stand.-) Wie Herzog Wilhelm, soblieb auch Dietrich äußerlich ein Glied der katholischen Kirche;aber im Geheimen scheint er der neuen Richtung sehr zugethangewesen zu sein, und er mag es gerne gesehen haben, daß anverschiedenen Orten seiner Herrschaft die Reform nach der Kir-chenordnung der Fiirstenthümer Neuburg und Zweibrücken ein-geführt wurde. Schleiden selbst, der Sitz des Grafen, gingvoran, und wird die dasige junge Gemeinde sich wahrscheinlichnoch mit einer Privatwohnung zur Abhaltung des Gottesdienstesbegnügt haben, es sei ihr denn durch Einfluß des Grafen der Mit-gebrauch der katholischen Pfarrkirche zugestanden worden. DaßDietrich den Protestanten die katholische Kirche ganz zu alleini-gem Gebrauche übergeben haben soll, ist nicht anzunehmen, wennman bedenkt, daß der Graf selbst nicht förmlich übergetreten ist,

I) Paur, S. 19 u. a. O.

2t ?escl>ellwaclier, aun. 337.