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Senate abgewiesen, wandten sich nun die Protestanten an denKaiser und schickten Gesandte aus ihrer Mitte zu Rudolph aufden Reichstag nach Augsburg, um sich über die Unbilde undUnterdrückung des Rechtes zu beklagen und freie Uebung zu er-flehen. Aber auch hier täuschten sie sich sehr in ihrer Hoffnung,und die Gesandten mußten ohne den geringsten Erfolg wiederabziehen. (Juni 1582.) Sie schienen in Kaiser Rudolph nochimmer einen Herrn zu erkennen, ähnlich seinem 1576 verstorbenenVater Mar, dessen Gesinnungen ganz der neuen Kirche günstiggewesen. Aber Rudolph's Gesinnung war dieser ganz entgegen-gesetzt; er hatte aus Spanien, wo er erzogen worden, einentödtlichen Haß gegen das Lutherthum mitgebracht, welchen inWien die Jesuiten zur höchsten Höhe zu steigern wußten. Vonihm war in keiner Weise ein für die Protestanten günstigerBescheid zu erwarten.
Während diese Sache noch in Augsburg verhandelt wurde, ließder Graf von Neuenar, das Haupt der heimlichen Protestanten,aus dem etwa 1690 Schritte von Köln vor dem Friescnthoregelegenen Meierhofe Mechteren,') den er vom Domkapitel zuLehen trug, vom 8. Juni ab drei Sonntage nach einander durchden Prädikanten Ursinus predigen. Diesen hatte er sich vonHerzog Casimir von Pfalz-Zweibrücken erbeten. Eine nicht geringe Anzahl Protestanten strömte aus Köln hier zusammen.Das verdroß den hohen Rath gar gewaltig. Direkt konnte erjedoch in keiner Weise hindernd eingreifen, indem Mechterenaußer dem Weichbilve der Stadt zur Erbvogtei des Erzstiftesgehörte. Wollte der Rath mit Gewalt einschreiten, so hatte ermit einem mächtigen Gegner zu thun, welcher als zur Erbvogteigehörig gegen dreißig Höfe und Ortschaften, unter welchen auchZons, unter sich hatte. Indirekt suchte nun der Senat die Einwohner Kölns an dem Besuche dieser Predigten zu hindern, vcr-
I) Es war dieser Hos ein früheres Cisterzienser-Nonncnkloster, welches >411in dem Kriege Karl's des Kühnen von Burgund zerstört worden; dirNonnen wurden nach St. Aper» in Köln versetzt.