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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
Entstehung
Seite
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alten Glauben lassen, oder Heirathen, protestantisch werden, ausdem geistlichen Stande austreten und den Churstaat gänzlichsäkularistren. Bei etwaiger Anfechtung dieses Unternehmens vonSeiten des Kapitels, der Landstände oder des Kaisers könne erGewalt gebrauchen und sich auf den Schutz und die Hülfe derprotestantischen Neichsständc verlassen. Gebhard brauchte bloS28 Jahre in der Geschichte der kölner Kirche zurückzusehen, undes leuchtete leicht ein, mit welchen Schwierigkeiten er bei solchenUnternehmungen würde zu kämpfen haben. Der größte Theil derDiözesan-Insassen hatte noch wenig in der Vorliebe und demregen Eifer für katholischen Glauben und katholische Disciplinabgenommen, im Gegenthcil hatte man sich im Allgemeinen imHinblick auf den mächtigen Kampf gegen die katholische Kircheund den allgemeinen Abfall von derselben noch immer mehr imKatholizismus gekräftiget. Das Glaubensfeuer der einflußreichenUniversität, die strenge Kirchlichkeit der Jesuiten und der religiöseEifer des größten Theiles vom Domkapitel waren seitdem nochwenig erloschen. Eben wenig Unterstützung konnte er von demMagistrat der mächtigen Reichsstadt Köln erwarten. In seineralten Treue und Ergebenheit gegen die katholische Kirche war ernoch keinen Augenblick wankend geworden, und sicher würde erdies in Zukunft nicht thun, wenn es galt, durch Wahrung undVerthcidigung der alten Lehre seiner dauernden, wenn auch un-terdrückten Erbitterung gegen die Churfürsten Luft und Genug-thuung zu verschaffen. Von den Seiten somit, woher anderereformircnde Fürsten und Bischöfe Zuvorkommen und Hülfe er-halten hatten, da hatte er nur Widerstand und Kampf zu erwar-ten. Hart und gefährlich war sein Stand, und dennoch wollteer den Kampf wagen. Und daß dieser Kampf nicht ohne diehöchste Anstrengung und größte Erbitterung würde unternommenund durchgeführt werden, das konnte er schon von dem abneh-men, was in Köln vorging, als man gegen den Willen deSMagistrates dem augsburger Bekenntnisse freie Uebung ver-schaffen wollte. Köln war eine katholische Stadt; nach dem