tercssen der vereinigten Niederlande vertraten eilf Abgeordnetemit Philipp von Crep, Herzog von Arschott, an der Spitze.Von Seiten des Papstes Gregor XIII. war ohne bestimmtenZweck der Nuntius Johann Baptist Castagna, Erzbischof vonRossan, zugegen.') Bevor die Verhandlungen eröffnet wurden,ordnete Erzbiscbof Gebhard eine feierliche Prozesston an, um vomHimmel den göttlichen Beistand für diese so überaus wichtigeVersammlung zu erflehen. Diese Prozesston wurde mit einemPomp und einer Feierlichkeit gehalten, wie es in Köln noch niegesehen worden.") Bei Gelegenheit dieser Prozession erblickteder Churfürst Gebhard die schöne Agnes, und sein Herz brannte,sie näher kennen zu lernen. Bei der näheren Bekanntschaft ent-stand gleich die heftigste Leidenschaft zu der reizenden Agnes, unddiese war nichts weniger als bemübt, dieselbe durch ein strenges,züchtiges, würdiges Benehmen zu dämpfen oder zurückzuweisen.Sie war ihm zu Willen, und er lebte zuerst mit ihr in vertrau-tem strafbaren Umgange zu Mörs bei Wilhelm von Neuenar^dann in Kaiserswerth, und endlich scheute er sich nicht, täglichauf seinem Schlosse zu Poppclsdorf Besuche von ihr anzuneh-men. Je mehr er dieses Verhältniß unbekannt glaubte, destoweiter verbreitete sich das Gerücht davon, und es erfuhren sel-biges auch die Brüder der Agnes, Hoyer Christoph, Peter Ernstund Jakob von Mansfeld.') Diese hielten es für eine Schmachdes mansfeldischen Hauses, wenn eine Mansfelderin sich zurBeischläferin eines Erzbischofes hingebe. Sie fühlten in diesemVerhältnisse ihrer Schwester die Ehre ihres Hauses hart verletztund seinen alten Adel schwer befleckt. Sie wollten entwederdiese Ehre wieder ersetzt wissen, oder die Schmach schrecklichrächen. Sie kamen nach Bonn, überraschten den Cburfürsten
1) 8tri»<I», Ii!>. V. Häbcrlin, Bd. 9. S. 280. v. Mltcrcn, Bd.t. S. 181.
2) k'nw. 8trn<In, I. c
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