an ihn geknüpft hatte, vollkommen zu erfüllen, bis die Wnthder bis dahin gewaltsam unterdrückten Leidenschaften dem Chur-staate, der ganzen Kirche und dem Kaiser deutlich zeigte, wiegewaltig man sich in ihm getäuscht. Diese Leidenschaften desfeurigen ManneS kamen zum Ausbruche gerade nach einer Rich-tung, worin die Pflichtvergessenheit eines Geistlichen und nament-lich eines geweihten Kirchenfürsten in den Augen des kaiholisckienVolkes die wenigste Entschuldigung findet. Es war dies einstrafbares Licbcsvcrhältniß zu der jungen schönen Gräfin Agnesvon Mansfeld. Sie war von dem Stamme der Grase» Mans-feld zu Eioleben, wobei Luther Schutz und Freundschaft genossen.Dieses Beispiel ihrer Eltern mochte nicht sonderlich kräftigendauf ihre katholische Ueberzeugung gewirkt baben und ihr allenSkrupel benebmcn, wenn sie über den Cölibat der Geistlichen eineAnsicht hegte, wie sie der Freund ibrcs Hauses so heftig verthei-digt. Für ihren Lebensunterhalt war dadurch gesorgt, daß sieeine Canonissenstelle im adeligen Fräuleinsstift zu Gerresheimbesaß. Diese Agnes war 1579 in Köln auf Besuch bei ihrerSchwester, welche dort an den Freiherr» von Kriechingen ver-mählt war. Es war dies zur Zeit, als in Köln zwischen demdeutschen Reiche, Spanien und den Niederlanden die Verhand-lungen zur Beendigung der niederländischen Unruhen begannen.Vor Kaiser Rudolph war Churfürst Gebhard als kaiserlicherKommissar bei diesen Friedensverhandlungen bestellt. Vielehochgestellten Männer kamen vor und nach in Köln zusammen,um als Gesandte der verschiedenen Parteien an den Unterhand-lungen Thcil zu nehmen. Unter ihnen bemerken wir von Seitendes Kaisers: Bischof Julius von Wiirzburg, Erzbischof Jakobvon Trier und Graf Otto Heinrich von Schwarzenberg. DenHerzog Wilhelm von Jülich vertraten Werner von Gymnich,Johann Levermann und Hermann von Recke. Für die KroneSpanien waren anwesend: Don Carlos von Aragon, Herzogvon Terranova, und seine Räthe Maximilian von Longucval,Propst Johann Funk und Christoph von Assonville. Die In-
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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
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255
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