Opfer zu erkaufen, traten wieder zum katholischen Bekenntnissezurück oder wanderten auö. Durch die eifrigen und gelehrtenPredigten deö Pater Nheid wurden auch viele Protestanten mitwahrer Ucberzeugung zur katholischen Lehre zurückgeführt. Esblieb aber noch immer eine dedeutende Anzahl Anhänger desneuen Bekenntnisses. Sie bildeten drei Gemeinden, eine luthe-rische und zwei reformirte, welche heimlich ihre eignen Predigerund Schullehrer halten. Da der Gottesdienst in der Stavl zuunsicher war, ließen sie sich meistens außerhalb der Stadt predi-gen und die Sakramente verwalten. Auch die Universität zähltezwei solcher Anhänger; es waren Heinrich Weier, Professor derMedizin, und Wilhelm Kiebitz, Professor der Mathematik. Je-ner suchte seine Zuhörer in den Vorlesungen durch Abschweifun-gen auf theologisches Gebiet für die neue Lehre zu gewinnen.Als dies aber zu Kunden des Senates kam, wurde er im Na-men des Senates durch den Dekan aufgefordert, entweder dasTheologisiren zu lassen, oder sich von der Universität zu entfernen.Ersteres zog er vor. Klebitz enthielt sich bei seinen Vorlesungen allesTheologisirens, dagegen suchte er Privatvorträge in seiner Woh-nung zur Verbreitung der protestantischen Ansichten zu benutzen.Hieran konnte er von Seiten des Universitätssenates nicht ge-hindert werden; darum nahm sich der Stadtmagistrat der Sachean, verbot dem Klebitz derartige theologische Vorlesungen uno,als er nicht folgen wollte, verwies er ihn der Stadt. Vieleseiner Anhänger zogen mit ihm. Es blieb doch noch immerhineine ziemliche Anzahl zurück. Diese verhielten sich ruhig, bis1566 die niederländischen Aufstände zu Gunsten der Reforma-tion ihnen frische Hoffnung gaben, auch für sich volle Reli-gions- und Gewissensfreiheit zu erringen. Mit den frechstenDrohungen künden sie gegen den kölner Magistrat einen ähnlichenKampf an, wie ihn die refvrmirten Niederländer gegen die spa-nische Herrschaft unternommen. Im Bewußtsein ihrer geringenKräfte luden sie von Utrecht und Saint-Tron einige Banden
Ig b'am, Strack»,