Druckschrift 
Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
Entstehung
Seite
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und Geschick kämpfend, in die Schranken, In Privatgcsprächcn,in gelehrten Disputationen mit Studenten und gebildeten Bür-gern, in Predigten und Druckschriften suchten sie alle irrigenV>chren und verderblichen Consegncnzen der Protestanten aufzu-decken und der kölner Einwohnerschaft nur als unheilbringenddarzustellen. Schmerzlich bemerkten sie aber, daß ihr Strebengerade da am wenigste» Anklang fand, von wo es am kräftigstenhätte unterstützt werden sollen, an der erzbischöflichen Curie.Anstatt daß der Churfürst seine Gewalt und seinen Einfluß ge-brauchte, um die Forderung des Laienkclchcs mit Energie abzu-weisen und mit den kirchlichen Strafen gegen die vcrheirathetenund kontubinarische» Priester einzuschreiten, ging er mit demPlane um, dem Volke den Kelch und dem Clerus die Ehe zuzu-gestehen, DieS mußte als der erste Schritt zum Abfalle derganzen Diözese erscheinen, und die Jesuiten boten Alles auf,solche Plane zu hintertreiben. Sic setzten es durch, daß vonSeiten der theologischen Fakultät dem Erzbischvfe in Betreffdieser Punkte ein abmahnendes Gutachten übersandt wurde.Volk und Clerus sollte durch eine öffentliche Rede gegen dieseEoneessionen, wie gegen alle protestantischen Einrichtungen undGrundsätze eingenommen werden. Dies übernahm bei Gelegen-heit einer theologischen Promotion der derzeitige Promoter, eineifriger, beredter und gelehrter Jesuit. Durch eine anderthalb-ftündige geharnischte Controversrcdc wußte er die Gemüther derversammelten Zuhörer, Studenten, Professoren und Rakhshcrren,mit dem höchsten Eifer für die Wahrung der katholischen Reli-gion in der Stadt Köln zu entflammen. Im Vertrauen aufdie allgemeine Aufregung gegen die Protestanten konnten am2». August IS64 die Pfarrer von allen Kanzeln verkünden, daßRiemand, der nicht im katholischen Glauben gestorben, an dengewöhnlichen Vegräbiiißplätzcn beerdigt werden könne. Der Ma-gistrat war hiermit vollkommen einverstanden. Viele protestan-tisch Gesinnten, welche kein Bedenken trugen, die Aussicht aufein ehrliches Begräbnis? für sich und ihre Familien durch schwere