beide abwechselnd in der Pfarrkirche den Gottesdienst abhielten.Dieses Siinultanvcrhältniß blieb bis zum Jabre 1597, wo denProtestanten die öffentliche Uebung genommen wurde und siefortan im Stillen den Gottesdienst abhalten mußten. Gleicher-weise durfte seit diesem Jahre in Natingen nicht mehr öffentlichgepredigt werden, wohin seit 1582 stets ein Prediger von Neustzur Abhaltung des Gottesdienstes gekommen war.')
In Wülfrath, wo schon ziemlich frühe die neue Lehre An-klang fand, richtete 1594 der seitherige katholische Kaplan Eonrad Vclthuscn aus Dortmund die Lehre und den Gottesdienstnach protestantischen Grundsätzen ein; ihm folgte in gleichemStreben 1595 sein früherer Pastor Johann Steinmann.
In der Kapelle zu Velbert, Pfarre Sonborn, führte 1569Wcnnemar Schönfeld die Reformation ein. Zur selben Zeitscheint sie auch in Heiligenbaus Eingang gefunden zu haben.Dies Dorf gehörte zur Pfarrei auf dem Berge am Born beiWerden, und einige Mal des JahreS hielt der Pfarrer vonBorn in der Hubcrtuskapclle zu Hciligenhaus den Gottesdienstab. Als aber in Velbert auf die neue Weise gepredigt wurde,wollten die Hciligcnbauscr auch nichts mehr von der alten Got-tcsdienstordnung wissen, verwehrten dem rechtmäßigen Pastor denZugang zur Kapelle, sagten sich vom borncr Pfarrvcrbandc losund schlugen sich zu Velbert. Auch Dussel scheint nm diese Zeitübergetreten zu sein. In Schöllcr begann schon 1539 der Pa-stor Nawbcrt von Heinsberg, zu resormircn. Gruiten hatte>589 eine reformirte Gemeinde, welche der Pastor Vitt vonSchöller zugleich mit seiner Pfarrei bediente.
Solingen barg scbon seit Beginn der Reformation verschie-dene dem Protestantismus günstige Elemente, und die Abtei Al-lenberg, welche den Pastor in Solingen anzustellen hatte, mußtestets eine höchst vorsichtige Pfarrcrwahl treffen, wen» Solingennicht für den katholischen Glauben verloren gehen sollte. Dies
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