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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
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die Pfarrkirchen in Besitz; aber im truchsesischen Kriege mußtensie selbige wieder abgeben.

In Nheid hatten die Reformirten schon 1560 die Pfarr-kirche in Besitz. Als Prediger stand daselbst Johann Pletten-berg, welcher sich beim Gottesdienste nach einer vom Stadtrathevorgeschriebenen Kirchenordnung richtete.

So wie Rheid ging auch Odenkirchen schon frühe mit Kirche,Pastorat, Renten und allem kirchlichen Eigenthum zum reformir-ten Bekenntnisse über. Ziehendes Beispiel wird hier der Besitzerder Herrschaft Odenkirchen gegeben haben, weicher das reformirteBekcnntniß angenommen hatte. Er stellte als Pfarrer an dieKirche den reformirten Prediger Mathias Gilberti (1580) undverschaffte den Reformirten freie öffentliche Religionsübung, diekatholische Schule und die katholische Kirche.')

Außer diesen reformirten Gemeinden hatten sich aber auchin dieser Zeit zwei rein lutherische Gemeinden in unserm Her-zogthume gebildet. Diese waren Stollberg und Zweifall. Stoll-berg, welches die Mutterkirche aller im Herzogthum Jülich woh-nenden evangelischen Christen genannt wird, war schon 1567 sozahlreich, daß einen eignen Prediger halten konnte. DieseGemeinde hatte eine bedeutende Stütze an dem Freiherrn vonStollberg, welcher der lutherischen Confession zugethan war.In Zweifall besaßen die Lutherischen schon 1575 die Pfarr-kirche. O

Wir gehen über in's Herzogthum Berg. In Düsseldorf,der Hauptstatt des bcrgischcn Landes, hatte die Reformation aufverschon früher beschriebenen Grundlage merklichen Fortgang. Unterdem Rektorate Monheims wurden die Schüler des Gymnasiumsin die neue Lehre völlig eingeweiht. Die Lehrer dieser Schule,Franz Fabrizius, Johann Brirorius, Johann Maßenberg undJohann Cäsarius, halfen dem Nekror gar thätig. Monheimhielt sich anfänglich ganz genau an den Ansichten und Grund-

I) v> Rccklinal'ausen, S. 215.2> idi<>. S. ff