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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
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gehen und über Alles das, was zur Gerichtsbarkeit des Archi-diakous und des Ordinarius geborte, sofort Bericht zu erstattenhatten. Ihre Bedeutung, betreffend die Einführung oder Be-hinderung der Reformation, springt somit klar in die Augen.Sie waren rechtlich und pflichtmäßig angewiesen, die gesetzlichenMittel anzuwenden, wenn Geistliche oder Laien in Leben undLehre nach protestantischen Grundsätzen sich richten wollten, inBeobachtung der Feiertage, der Fasttage, der Beichtgesetze u. s. w.der kirchlichen Auktorität sich entziehen, bei einzelnen Vergehender kirchlichen Jurisdiktion sich entschlagen und bei Besetzung dergeistlichen Stellen das Ansehen des Ordinarius umgehen wollten.

Der ganze kirchliche Organismus der kölner Erzdiöccse warim Grunde genommen nur dazu geeignet, um ein wahrhaft kirch-liches Leben zu fördern und der Reformation den Eingang zusperren. Wenn aber diejenigen, welche die Pflicht und das Rechthatten, dieser Neuerung zu wehren, sich läßig bezeigten oder sichselbst von der Neuerung hinreißen ließen, dann war es leicht,größere Bezirke der neuen Lehre zuzuführen. Wenn wir auchaus Mangel an Urkunden einen direkten Einfluß auf die Ein-führung des Protestantismus in einzelnen Archidiakonaten undDekanaten nachzuweisen nicht im Stande sind, so gibt es dochGründe genug, welche uns zu der Behauptung berechtigen können,daß vielfach die Archidiakone und Dechanten an Einführungprotestantischer Grundsätze in unserer Gegend Schuld gebabtbaben. Wo die Archidiakone sich der alten Kirche treu hielten,und genau ihre Pflichten erfüllten, und der Arm der weltlichenMacht ihnen nicht in ihre Wirksamkeit einfiel, da war der Ein-fluß der Reform geringe. Wo sie aber ihre Pflichten vernach-lässigten und von ihren Rechten keinen Gebrauch machten, damußte die neue Sache bei der allgemeinen geistigen Aufgeregtheitvielfachen Anklang finden. Die Archidiakone waren meist ausmächtigen adeligen Häusern, und wenn ein oder mehrere Glie-der ihrer Familien sich der neuen Sache günstig zeigten, tratendie Archidiakone derselben selten offen entgegen, sondern ließen

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