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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
Entstehung
Seite
207
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ihren moralischen Wandel zn untersuchen und nach Befund derSache die betreffenden Irrgläubigen zum Widerruf zu nötbigcnund die Fehlenden nach den kirchlichen Gesetzen zu bestrafen. DieSchulen standen ganz unter seiner Aufsicht, und untaugliche undungläubige Lehrer konnte er absetzen. In Betreff der übrigenDiözesanen hatte er Kunde zu nehmen von schwereren Verbre-chen, von Hurerei, Ehebruch, Jncest und andern Verbrechen ge-mischter Gerichtsbarkeit und solche Verbrechen bei den Betreffen-den zu bestrafen. Endlich gehörte zu seinem Forum der Spruchbei Ehchindcrnissen, Ehescheidungen, wie überhaupt der größereTheil der Ehesachen. Nach seinem richterlichen Spruche hatteer das Recht, zur Aufrechthaltung seiner Ehescheidungen und zurHandhabung der ausgesprochenen gesetzlichen Strafbcstimmungcndie Hülfe des weltlichen Armes anzurufen, und die Amtleutewaren angewiesen, ihm hierin hilfreiche Hand zu leisten. Esliegt hiernach klar vor Augen, daß Alles dasjenige, was imkirchlichen Leben durch die Reformation gefährdet werden konnte,durch den Spruch und die Strenge des Archidiakons erhaltenoder wieder auf den alten Weg zurückgeführt werden konnte.Wo Geistliche, Schullehrer oder Laien vom alten Glauben ab-weichen wollten, hatte der Archidiakon das Recht einzuschreiten.Wo kirchliche Gesetze, welche von den Protestanten nicht zu Rechtanerkannt wurden, zum Beispiel das Cölibatgesctz, übertre-ten wurden, da hatte er hindernde und strafende Gewalt. Woein Geistlicher oder Laie sich in anderer Beziehung der kirch-lichen Auktorität und Jurisdiktion nicht fügen wollte und sichauf die Grundsätze der Protestanten berief, da konnte er ein-schreiten. Wo die katholischen Kirchenbestimmungcn in Betreffder Ehen nicht gchandhabt und solche Bestimmungen nicht beob-achtet wurden, wodurch in manchen von den Protestanten nichtanerkannten Fällen eine Ehe für ungültig erklärt ward, hatte ererecutive Gewalt. Der Archidiakone Einfluß in Betreff der Be-hinderung der Reformation war somit sehr bedeutend, so langesie selbst nicht lässig wurden in Erfüllung ihrer Pflichten und