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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
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war, wurde dem Jesuiten Andreas Lokatius diese Pfarrei anvcrtraut, um durch kräftiges Wirken dem der Pfarrinsassen gegebe-nen Acrgernifse alle verderblichen Folgen zu benehmen. Vorzüg-lich auf Betreiben der Jesuiten befahl der Senat allen Einwoh-nern von verdächtigem Glauben, die Stadt zu verlassen, undtrug den einzelnen Pfarrern auf, ihre Pfarreien genau zu visiti-ren und alle aufgefundenen Ketzer zum Zweck der Ausweisunganzuzeigen.

Aus dem also bestehenden Verhältnisse des Nntcrrichtswescnszeigt sich nun, daß der Reformation durch die Schulen in keinerWeise eine allgemeine, breite und unerschütterliche Grundlagegelegt war. Ein System fehlte noch, wonach das Schulwesenzum Träger der neuen Lehre gemacht wurde. Es erübrigt nunnoch, unseren Blick auf das geistliche Wesen zu werfen und zusehen, in wiefern der Clcrns sich an der Einführung derReformation betheiligen konnte und auch wirklich betheiligct hat.

Von bedeutendem Einflüsse auf die Einführung der Refor-mation in unsrer Diözese war das Patronatwesen. Wohl diemeisten geistlichen Stellen hicrselbst waren Patronatstellen. Inden Herzogthümern Jülich und Berg waren von den 470 Pfarr-stellen 174 herzoglichen oder LaicnpatronateS, ebenso viele Per-sonate, Vikarien und Altaristcnstellcn waren vom Herzoge odervom landsässtgen Adel oder von Gemeinden zu vergeben.DerHerzog allein hatte im Ganzen wohl 150 Stellen zu verleihen.Aehnliches Verhältniß fand auch in den andern Distrikten derDiözese statt. War nun ein Subjekt vorhanden, welches sich umeine erledigte Patronatstelle bewarb und der neuen Lehre anhing,so war es nach der Gesinnung der meisten Patrone ungefährsicher, daß ein solcher Mann die fragliche Stelle erhielt. Warder Patron ganz protestantisch gesinnt, dann unterlag es keinemZweifel; war dies nicht, so hatten sie doch meist eine äußerstliberale Gesinnung wie der Herzog, und dann brauchte der Sup-

1) lioiirenberz;, ^ 1^- k3.

2) Binteeim u. Mooren, Bd. 2. S. 37. bis 1.71.