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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
Entstehung
Seite
188
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vor dem Nathe Hast und dem Sekretär Gerhard von Jülich dieErklärung abgegeben hatte, daß er sich zur augsburgischen Con-fcssion, deren öffentliches Bekenntniß in herzoglichen Landen ver-boten war, bekenne. Die fürstlichen Näthe waren zwar größten-theils der Neuerung geneigt; sie wußten aber, was ihr Herr demKaiser mit Hand und Siegel versprochen hatte, daß er bei derkatholischen Religion verbleiben, nicht zum Bekenntniß der augs-burgischen Confession übertreten und das augsburgische Bekennt-niß nicht stützen werde. Darum dursten sie Niemanden beschützen,der sich offen zur neuen Lehre bekannte, und mußten geg en einenPrediger auftreten, welcher im Eramen vor dem HofpredigerArnold Baumgartcn die Lehre vom freien Willen des Menschen,von dem Verdienste der guten Werke, von der Rechtfertigungdurch den Glauben allein, von dem Glauben, von der Zahl derSakramente, von der Taufe, von der Priesterweihe, von derMesse, von der Anrufung der Heiligen ganz nach der augsburgi-schen Confession erklärt hatte. Weniger strenge wurde die Sache beidenen genommen, welche nicht auf amtlichem Wege als Bekenner derneuen Lehre denunzirt wurden, und welche nicht so frei und offensich als Anhänger der augsburgischen Confession bekannten, son-dern bei allen Neuerungen immer den Schein trugen, als hieltensie sich in den vom Herzoge gewünschten Gränzen. Mochten siehiebci auch ganz die Lehre Luther's oder Calvin's vortragen undvertheidigen, so konnten sie doch sicher sein, unangefochten zubleiben, wenn sie nur einige Aeußerlichkeiten des katholischen Ri-tus beibehielten, woran der Herzog mit so großer Vorliebe hing,und wenn sie sich nur nicht mit den herzoglichen Räthen undHofpredigern verfeindeten. Der Herzog selbst ließ meist Allesgehen, wie es eben ging, und nahm von den Veränderungen imNeligionswesen wenig Notiz, wenn ihm nur keine Klage undkeine Anrcizung von Seiten der Räthe und Hofprediger zukam.Um solches so viel wie möglich zu vermeiden, mußte die Klugheitallen reformsüchtigen Geistlichen bedeutende Vorsicht in ihrenBestrebungen anrathen. Solche finden wir auch durchgängig bei