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allen, und diejenigen, welche sich in Synoden über Maßnahmenund Einrichtungen berathen wollten, suchten solches ans die mög-lichst geheimste Weise durchzufuhren.
Noch größere Vorsicht mußten die Protestanten anwendenwährend der fünfundzwanzigjährigcn, durch seltene Lichtaugcnblickeunterbrochenen Gemüthskrankhcit dcS Herzogs Wilhelm, undebenso unter der Herrschaft seines schwachen und blödsinnigenSohnes Johann Wilhelm des Guten H1592— 1699). Indieser ganzen Zeit lag die Leitung der ganzen Negierung in denHänden meist spanisch gesinnter Näthe, welche sich die Unter-drückung der Reformation und Hebung des Katholizismus sehrangelegen sein ließen. Durch ihren Einfluß wurden die häufigwiederholten Verfügungen gegen die Wiedertäufer auch auf dieReformirten als „Sakramcutirer und Calvinisten" ausgedehnt,und den verfolgten Protestanten aus Flandern, Brabant undGeldern ward die Niederlassung versagt.^) Der Prinz JohannWilhelm schrieb am 14. August 1568 dem Nathe zu Wesel vonCleve aus, „er sei entschlossen, die scktischcn Prediger abzuschaf-fen und andere katholische, aufrichtige gute Leute an deren Stelleanzustellen." 2) Mit allein Eifer suchte die Landesregierungeinem kaiserlichen Edikte von 1592 Nachdruck zu geben, welchesbefahl, daß in den herzoglichen Landen die wahre katholischeReligion sammt Gericht und Recht eingeführt werden solle. Ver-geblich waren der Reformirten „untcrthänige, demütige, hochflei-ßige Vitt, schrcyen und ruffcn, man möge ihnen das öffentlicheErercitium des seligmachenden Wortes, sambl den hochw. Brauchder heiligen Sakramenten, durch ordentliche darzu berufene Pre-diger, in einer geringen Kapell jedes Orts, oder je zum wenig-sten in einer häuslichen Versammlung zu üben und zu gebrau-chen, unverhindert und unbekümmert zu lassen." Wo die spani-schen Kriegsvölker einzogen und die Ueberhand gewannen, dawurde jeglicher Neuerung mit Gewalt Einhalt gethan. Mit
1) Scotti, Cleve-Mark,B. I. S. ISS. 177. 180. Jülich-Berg, B. I.E. 14.
2) Jakobson, Quellen des prcuß. Drchcnrechts, Thl. 4. S. 33.