Dieser hatte sich in Köln seit 1549 ausschließlich mit theologi-schen Studien beschäftigt. Er schien zu jenem Rcformationswerkgeeignet zu sein, weil sein Studium hauptsächlich die Contro-versen betraf, und er den größten Eifer zeigte, diese zu verei-nen.') Seine Theorien stimmten ganz mit des Herzogs Be-strebungen. Der Herzog lud ihn ein nach Düsseldorf undübertrug ihm unter Zuziehung des Wilhelm Kettler, postulirtenBischofs von Münster, Olyschlägcr, Heresbach, Vi-. AegidiusMommer und Heinrich von Necke das Werk der Vereinigung.Diese brachten unter Leitung dcö Cassander ein buntes Gemischvon Katholizismus und Protestantismus als neue Religions-ordnung zu Stande. Am Augenscheinlichsten ward hierin derkatholischen Lehre offen widersprochen in den Sätzen über denPrimat, die Schriftauslegung, Erlaubtheit des Laienkelches, dieMeßcäremonien. Wahrscheinlich durch Vorspiegelungen einigerkatholischen Näthe wurde der Herzog von der Publizirung dieserOrdnung abgehalten und zu ihrer Unterdrückung veranlaßt. DerEinfluß der katholischen Räthe wurde wieder geschwächt, als er1567 auf den Rath des I>r. Solinander an die Stelle des Hof-predigers Vcls den von Heinrich von Braunschweig vertriebenenHeinrich Humel annahm.Auf Betreiben dieses neuen Hof-Predigers begann er wieder, ernstlicher an die Reformation zudenken. In dieser Hinsicht wandte er sich in mehren Schreibenan den stuttgartcr Propst Johann Brenz, um dessen Rath undAnsichten zu hören. In gleicher Absicht wollte er sich an JakobAndreä wenden und ihn bitten, die Leitung und Ordnung derkirchlichen Angelegenheiten in den herzoglichen Landen zu über-nehmen. Letzteres aber unterblieb, und Brenz'cns Nathschlägcerhielten geringe Bedeutung. Eigne Landeskindcr sollten noch-mals die Regelung der kirchlichen Verhältnisse versuchen. ImJanuar 1567 rief der Herzog 28 Näthe und Theologen nachDüsseldorf, um endlich einmal eine normgebende Kirchenordnung
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