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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
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Kirche eine heilsame Reform bewerkstelligen wollte. Wie er die-ses bei dem unentschiedenen, provisorischen Zustande der reli-giösen und kirchlichen Verhältnisse vereinigen könne, darüberwußte er sich selbst keine Rechenschaft zu geben, und er überließsich hierin der Leitung seiner Räthe und Hofprediger. Er warein schwaches, schwankendes Werkzeug in den Händen seinerNathgcber, wovon er bald für, bald gegen das neue Kirchcn-thum gestimmt wurde. Je nachdem er sein Ohr einem mehrprotestantischen oder mehr katholischen Rathe lieh, erließ er baldden Protestantismus fördernde, bald denselben hindernde Befehleund Verfügungen. Den vorzüglichsten Einfluß hatten beimHerzoge die Kanzler Vlatten und Olyschläger. Sie müssen,trotz ihrer schlecht katholischen Gesinnung, als diejenigen angese-hen werden, welche den Herzog für das katholische Bekcnntnißerhielten. Sie wiesen ihn bei Allem, waS er unternahm, aufden venlocr Vertrag hin, warnten ihn vor Wortbrüchigkeit undängstigten ihn mit dem kaiserlichen Zorn und Unwillen, wenner dem Vertrage widersprechende Anordnungen treffen wollte.Sie hielten ihn von entscheidenden Schritten zur völligen Ein-führung der Reformation ab, wenn ihn hierzu seine ganz pro-testantisch gesinnten Aerzte, Doctoren Johann Bachov, JohannEcht, Johann Weier, Reiner Solinander, Johann Lithodius,bestimmen wollten. Auf ihre Veranlassung ließ der Herzogscharfe, abmahnende Schreiben an den Magistrat von Wesel er-gehen, als dieser ein neues Gymnasium mit evangelischen Leh-rern stiften und eröffnen wollte. Ihnen und mehren gleich-gesinnten Rathen, namentlich dem düsseldorfer Scholastcr, Hof-predigcr Arnold Baumgarten, wird es zugeschrieben werdenmüssen, daß er einige schon abgestellte Cäremonien beim Abend-mahle wieder einzuführen befahl, daß er die Consecration einesKlosters in Düsseldorf und der neuen Schloßkapelle in Bcnsbergdurch den münsterischen Wcihbischof Johann Kritius duldete,und daß er den Magistrat zu Wesel anwies, die eingenommenenholländischen, englischen und französischen Flüchtlinge der Stadt