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benehmen, daß eS verlangt, „es solle bei allen Eärcmonicn nachchristlichem Nathe verbessert werden, was zu Aberglauben Ursachgeben könnte, und es solle zu den Bildern und der Heiligen Ge-mälden kein abergläubischer Zulauf geschehen." Für den Theo-logen ist das Dogma von der Erbsünde und Rechtfertigung vorGott in solche Ausdrücke gebracht, die sich mit den Aussprüchender augsburgischen Confession wohl einigermaßen vereinigenlassen. Der Langel der erblichen Gerechtigkeit und die böseBegierde wird als Sünde bezeichnet, und es wird gesagt, daßder Mensch, obwohl er eine Freiheit seines Willens behält, dochschwach und verletzt, daraus als einem Brunnen herfließen, alleehrlichen Tugenden und Thaten der Heiden, doch die Gnade unddie vor Gott geltende Gerechtigkeit nicht erreichen kann, sonderndasteht als ein Knecht der Sünde, des Teufels eigen und einFeind Gottes. Gott macht den Menschen gerecht, nicht auSden Werken der Gerechtigkeit, die der Mensch verrichtet, sondernnach seiner Barmherzigkeit ganz umsonst, das ist ohne sein Ver-dienst. Wer sich durch den Glauben auf die BarmherzigkeitGottes und das Verdienst Christi steuert, der empfängt die Ver-heißung des h. Geistes und wird gerechtfertigt durch den Glau-ben an Gott nach der Schrift, also daß ihm nicht allein dieSünde vergeben wird, sondern derselbe wird auch geheiliget underneuert durch den h. Geist.')
Für die ganze protestantische Kirche war die durch das In,lerim bestimmte Veränderung in Glauben, religiöser Ueberzeu-gung und kirchlichem Leben zu plötzlich und zu augenfällig, alsdaß man sich ohne Bedenken darnach gerichtet hätte Manstutzte und überlegte erst eine Weile, und dann erhob sich vonSeiten sehr vieler protestantischer Theologen, die Alles an dieVerthcidigung ihrer Meinungen setzren, der heftigste Widerstandgegen diese kaiserliche Glaubensformel. Diese hatten wenig Lust,
t) ReichSlagS-Adschiedc, S. AM. f. SwiUan, I. XX. p. 3<i9. Bück, dasdreifache Interim, Leipzig lkiil. Ilarrdcim, Ooncil. Kcrinun., t. V.Menzel, neue Gesch., B. 3.