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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
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neu nicht wicdcr nach Trient zurückzuziehen vermocht hatte,festigte sich im Kaiser immer tiefer der Gedanke, es sei demPapst kein Ernst um Nuhe und Frieden, und von Rom auS seikeine Hülfe für die deutsche Kirche zu erwarten. Er glaubtenun, mit dem besten Recht und mit gutem Gewissen das Ruderin die Hand nehmen zu dürfen, um das unglückliche Schiff derKirche Christi sicher zu leiten und dem allseits wüthenden Sturmekräftigen Widerstand zu leisten. Er schlug den ihm so beliebtenWeg des Vergleichs ein, der nur auf gegenseitiger Nachgiebig-keit beruhen und zu Synkretismus führen konnte. Das ganzeGeschäft der Aufsetzung einer solchen Vergleichs-Glaubens-Formcl,worin alle Parteien verschiedene ihrer Ansichten, wenn auch ge-mildert und verdreht, wiederfinden konnten, wurde dem naum-burgcr Bischöfe Julius Pflug, dem Mainzer Weihbischofe Mi-chael Helding, Bischof von Sidon, und dem Propste und Hos-prcdigcr in Berlin, Johann Agrikola, übertragen.') Die Re-ligivnsformel, welche diese drei zu Stande brachten, unter remN-amen augsburger Interim bekannt, war im Ganzen wenig ge-eignet, für die Dauer Ruhe und Frieden herzustellen. Das In-terim überklebte die Wunden bloß, aber heilte sie nicht. Fürdas gemeine Volk, welches von den eigentlichen Streitpunktenwenig abwußte, hätte es zur Beruhigung dienen können. Denngerade die Punkte, welche für das ncucrungsgesinnte Volk haupt-sächlich als Probirsttin der evangelischen Lehre gelten, der Laien-kelch und die Priesterehe, waren wenigstens zeitweilig nach demWunsche der Protestanten verglichen. Diese Punkte waren biszur definitiven Entscheidung des Concils nachgegeben. Aber fürdi.e, welche mit Ueberzeugung der neuen Lehre anhingen und dieGrundsätze und Koscguenzen dieser Lehre kannten, war wenigTrost darin zu finden. Die meisten Lehrpunkte, welche bisherzwischen Katholiken und Protestanten streitig gewesen, warenzu Gunsten der erster» entschieden. Die Kirche, sagt das In-terim, ist die Gemeinschaft und Versammlung der Christgläubi-

1) Salist, B. 3. K. 4. §. 3.