die des Kaisers, und darum konnten ihn seine Näthe bei seinenFriedcnsbestrebungen auch leichtlich weit über die Gränzen deSKatholizismus hinausführen. Der Kaiser, der den Herzogauf demselben Wege wie er nach demselben Ziele streben sah,setzte gar kein Mißtrauen in Wilhelm's Willen und Mittel undoersprach sich die heilsamsten Erfolge für Frieden und Einigungaus Wilhelm's Streben. Darum sah er auch nicht strenge dar-auf, daß der Herzog seine Versprechungen vollkommen erfülleund alle vorgenommen Neuerungen abstelle. Das erkannte derHerzog, und er beeilte sich darum gar wenig, mit Ernst an dieUnterdrückung der ganzen Neuerung zu denken, und er ließ al-lerorts, wo der protestantische Gottesdienst eingeführt war, den-selben ungestört fortbestehen und noch immer mehr Anhängergewinnen. Dieses indulgircnde Benehmen des jülichschen Hofes,die fremden Einwanderungen, die freundschaftliche Verbindungmancher kölner Gemeinde mit benachbarten jülichschen, die Ab-neigung mancher Grafen und Ritter gegen die katholische Reli-gion, welche ihnen beim Reformationsversuch Hermanns beige-bracht worden, dies alles trug viel dazu bei, daß sich im Bereicheder Erzdiözese mancherorts die Hinneigung zur Reformation er-hielt und der Protestantismus sich im Stillen weiter verbreitete.Die Mitglieder der Gemeinden, wo sich auf solche Weise dieneue Lehre Geltung verschafft hatte, lebten ruhig ihrem Bekennt-nisse und hofften auf günstigere Zeiten, welche ihrem Glaubenöffentliche Anerkennnng geben würden. Auf einmal aber schienwie ein Blitz aus heiterm Himmel das augsburgcr Interim allihre Hoffnungen zu zerstören. Kaiser Karl hatte noch immernicht die Hoffnung aufgegeben, auf gütlichem Wege den Nell-gionsstreit beizulegen und die Ruhe im Innern des Reiches wie-der herzustellen. Zwar schien er alle Hoffnung aufgegeben zuhaben, daß dies mit Erfolg und Nachdruck von Seiten derKirche selbst, von Papst und Concil, geschehen werde. Dennseitdem das Coneil von Trienr nach Bologna verlegt wordenund der Kaiser selbigeö trotz aller Bemühungen und Protestatio-
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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
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151
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