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Es waren solche Einwanderer meist ziemlich wohlhabende, fleißigeund industrielle Leute, welche von manchem äußern Vortheilefür unsere Gegenden sein konnten. Die meisten wurden aufge-nommen in dem Gebiete des Herzogs von Jülich, und hiernamentlich im Bergischen, wo sie durch Bergbau, Seidenwebe-reien, Waffenschmieden den Wohlstand förderten. Gleicherweiseließen sich viele nieder im Gebiete des Grafen von Neuenar,als Grafen von Mörs, im Gebiete des Grafen von Mander-scheid in der Herrschaft Schleiden und in der Reichsstadt Aachen.Später kamen auch viele Flüchtlinge aus England, welche sichin der Gegend von Wesel bis Duisburg niederließen. Es hattesich nämlich in England durch einen Thronwechsel die ganze re-ligiöse und kirchliche Lage umgedreht. Nach dem Tode Eduard's(1553) folgte ihm auf dem Throne seine Schwester Maria,Tochter der Catharina von Arragonien. Sie machte es sichzur Pflicht, die katholische Religion in England wieder herzu-stellen, und so ward auf einmal, was kurz vorher noch ver-folgt hatte, fetzt selbst in den Stand des Verfolgten gesetzt. DaöParlament kehrte feierlich zur katholischen Kirche zurück. VieleLehrer und Verbreiter der Reformation, unter Andern der Erz-bischos Cranmer, wurden hingerichtet. Die Leiche Bucer's, derkurz vorher in Cambridge gestorben war, wurde ausgegrabenund den Flammen übergeben. Sehr viele Anhänger der neuenLehre wurden verbannt und suchten Asyl auf dem Kontinente,wovon viele im fülichschen Gebiete aufgenommen wurden. Wennauch Herzog Wilhelm von Jülich äußerlich immerhin noch alskatholischer Neichsstand galt und sich nicht öffentlich von der ka-tholischen Kirche seinem Versprechen gemäß trennen wollte, somuß seiner Handlungsweise doch der größte Einfluß auf dieErhaltung und Verbreitung des Protestantismus am Niederrhcinzugeschrieben werden. Die Gesinnung Wilhelm's war versöhn-lich und friedfertig; im Ganzen leiteten ihn bei den Religions-sachen dieselben Absichten wie auch den Kaiser. Seine innerereligiöse Grundlage war aber bedeutend weniger katholisch als