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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
Entstehung
Seite
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bürg, Hoya, Nittberg, Lippe und die Stadt Osnabrück demBunde zu entsagen und sich dem Kaiser zu unterwerfen gezwun-gen. Die Leiter der ganzen Bewegung und die Häupter desschmalkaldischen Bundes, Johann Friedrich von Sachsen undPhilipp von Hessen, hatten beide die Uebermacht deS Kaisersnach seinem Siege bei Mühldorf (1547) anerkennen und ihreOppositon gegen die Neichsmacht mit ihrer Freiheit büßenmüssen.') Durch solche glänzenden Siege hatte sich der Kaiserwieder rasch zu der Macht emporgeschwungen, wovon er bisdahin nur den Namen und Schein getragen. Alle Verhältnissedes deutschen Reiches lagen in seiner Hand. Er Härte durcheine einzige Gewaltmaßregel der ganzen Reformation, äußerlichwenigstens, ein Ziel setzen und die ganze kirchliche Verfassungwieder auf den alten Fuß stellen können. Dann würde er sichden glänzendsten Dank beim Papste verdient haben. Aber daswar seine Absicht nicht: er wußte, daß der Papst bei der ganzenSache noch nie nach seinen Planen gehandelt hatte, und deß-wcgcn wollte er auch jetzt nicht handeln, wie der Papst eswünschte. Zudem schmeichelte er sich mit der Hoffnung, daß esihm gelingen werde, durch eigne Maßregeln, ohne das Wirkendes Concils abzuwarten, den Frieden wieder herzustellen. End-lich wollte er auch nicht durch übertriebene Strenge die gcdc-müthigten Feinde zur Wuth anreizen und im Volke nicht dieunbezwinglichcn Leidenschaften religiösen Parteieifers und Fana-tismus aufregen.

Trotz all dieser Umstände konnte in der Erzdiözese dennochder einmal ausgestreute Saamen der neuen Lehre nicht allcnt-balben gänzlich vernichtet werden, sondern er wucherte vielfachim Stillen fort, um bei günstigeren Gelegenheiten und Zeit-umständen wieter kräftig sich zu erheben. Diese Ueberblcibsetwurden noch immerfort genährt durch verschiedene Einwandcrun.gen in unsere Gegenden aus Frankreich, Brabant und Sachsen.

I) Vgl. HorlUder, Handlungen von den Ursachen des beul. Krieges, Bd2. Buch Z