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ihren Erwartungen getäuscht. Die weltlich gesinnten Domherrenund andern Pfründner, die bei Annahme des Protestantismusneben dem Bezüge ihrer Einkünfte auch noch die Freuden derEhe und des Familienleben genießen zu dürfen hofften, sahenihre Wünsche vereitelt. Die verschiedenen Priester, welche sichWeiber genommen, und die vielen Mönche, die ihre Klösterverlassen, sich für das Familienleben entschieden hatten und alsPropheten der neuen Lehre an einzelnen Stellen wirkten, sahensich in ihrer Subsiftcnz bedroht. Im Jülichschen hätte man auchkeinen weiteren Fortgang der Reformation erwarten sollen. Hierwaren dem Herzoge durch den venloer Vertrag die Hände ge-bunden; vertragsmäßig war der Herzog verpflichtet, sich alsGegner seiner protestantisch gesinnten Unterthanen zu bezeigenund durfte in keiner Weise mehr Verfügungen treffen, welche dieReformation befördern konnten. Der Kaiser selbst stand in Be-treff seiner äußern Macht gegen die protestantischen Fürstenin einem solchen Verhältnisse, daß er leicht den NcichSsatzungenGeltung und seinen Drohungen gegen die Neuerer Nachdruckverschassen konnte. Der Kampf, worein sich seit wenigen Jahr-zehnten der Kaiser mit den Neichsfürsten versetzt sah und worineine neue, früher nie gekannte Macht der Fürsten, im Bundemit der Macht des religiösen Fanatismus, gegen die alte ehr-würdige NeichSmacht des Kaisers aufgestanden war, hatte fürden Kaiser eine günstige Wendung und einen glücklichen Verlaufgenommen. Bor und nach hatte er alle Häupter und alle Theil-nehmer des schmalkaldischen Bundes bezwungen und gedemüthigt.Die Reichsstädte Bopfingen, Nördlingen, Dinkelspühl, Rothen-burg, Heilbronn, Hall hatten sich dem Kaiser ergeben. AuchAugsburg unterwarf sich. Straßburg schloß Frieden. HerzogUlrich von Würtemberg that Abbitte vor dem Kaiser. UnterAnführung des Seeländers Jobst von Kruiningcn war ein kai-serliches Heer aus den nördlichen Niederlanden in Westphaleneingedrungen und hatte die mit den Schmalkaldnern verbündetenStände dieses Kreises, die Grafen von Teklenburg, Schaum-