tuen zerstört und Altäre niedergerissen haben, ist uns nicht be-kannt. Das Hauptaugenmerk des Churfiirsten und seiner Refor-matoren blieb noch immer auf Köln gerichtet. Aber trotz allerBemühungen konnten sie noch immer keinen Anhang hicrselbstgewinnen, mußten im Gegentheile von allen Seiten den kräftig-sten Widerstand verspüren. Wenn man das Benehmen derübrigen deutschen Reichs- und bischöflichen Städte betrachtet,welche meist sofort der Lehre Luther's zufielen und hierin eineErweiterung ihrer Rechte suchten, so muß es in der That auf-fallen, daß sich gerade in Köln Alles vereinte, um der neuenLehre jeden Eingang zu wehren. ES ist die gewöhnliche Er-scheinung, daß man sich da, wo die neue Sache zur Berathungver Laien kam, fast immer für die Neuerung entschied. Immersaßen einige stimmführenden thcologisirenden Nathsherren oderZunftmeister bei der Berathung, die mehr von Gott, feinerKirche und Wahrheit wissen wollten, als die „dummen Möncheund Pfaffen." In Köln war es anders. Dort entschieden sichauch die laikalcn Korporationen gegen die Neuerung und ihreAnhänger. Außer den Mandaten des Domkapitels und der ge-lehrten Schriften der Univcrsitäts-Theologen sprachen sich auckdie Dekrete des weisen Nathes und die Beschlüsse der Zünftedagegen aus. Auch der gemeine Bürger nahm Thcil an derSache, und was jene Herren schriftlich dekretirt, das wollte erhandgreiflich an den Gegnern des alten Glaubens demonstrircnEs wagte es einmal ein Prediger des neuen Evangeliums, ver-trauend auf den Schutz des Erzbischofs Hermann, die Kanzeldcr Domkirchc zu besteigen und vor einem zahlreiche» Auditoriumeine protestantische Predigt zu halten. Die Kölner wußten aberfetzt bei dem schon so lange bestandenen Streite, wo sie mit ih-rem Glauben daran waren, und wollten sich in ihrer Haupt-kirche nichts dagegen sagen lassen. Sie singen an, laut zumurren und zu scharren, und einige in der Nähe wohnendeKupferschmiede liefen nach ihren Werkstätten, um ihre Hämmerzu holen und hiemit jenen neuen Evangelisten zum Stillschweigen
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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
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136
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