Kirche beseitigen wolle; es sei einleuchtend, daß allcrwärtS undvorzüglich in Deutschland die Frommen unter Thränen den Hei-ßesien Wunsch hegten, daß doch endlich einmal die Vorsteherder Kirchen zu dem Streben angeregt würden, die Kirche vonden vielen alten Jrrthümern zu reinigen und die vor Kurzemöurch die Wuth der Fürsten zerrissene und durch Zwietracht ge-spaltene Kirche wieder zu versöhnen und neu zu beleben. Sehrviele Fürsten drohten Krieg und Verderben den Anhängern derneuen Richtung; das Unglück würde erstaunlich werden, wennnicht die Mäßigung anderer Fürsten diese Nachschlüge verhin-derten. In Betreff Hermann's müsse cS lobend anerkannt wer-den, daß er bis dahin von der Grausamkeit gegen die Evangeli-schen sich enthalten habe. Er möge nun in seiner hohen StellungSorge tragen für Kirche und Vaterland. Von einer päpstlichenSpnode könne man sich mehr Unheil als Rettung versehen; dieFürsten Deutschlands sollten für die Stellung von Kirche undVaterland Sorge tragen; das könne auch ohne den Papst ge-schehen, wie dies auch zu andern Zeiten der Fall gewesen. Infrüheren Zeiten seien von frommen und gelehrten Bischöfenmanche Synoden auch ohne Autorität deö Papstes gehalten wor-den. Hermann möge eine solche Harmonie in der Religion er-streben, die gegen die alte Finstcrniß und gegen die alten Irr-thümer ankämpfe, und nicht die alten Jrrthümer wieder einführe,wie das onelinüstioii es wolle. Hierzu müsse er sich tüchtigeund kluge Arbeiter auswählen."') Solche Hoffnungen suchtenMettmann und die Führer der protestantischen Partei zu ve»wirklichen auf dem Neligionsgcspräche, welches in Speier ge-halten werden sollte, wohin Hermann selbst zu kommenbeabsichtigte. Wegen einer pestartigen Krankheit ward aberder Convent nach Hagenau verlegt, wo auch Hermann mit sei-nen Rüthen Mcttmann und Gropper im Juni 1540 anlangte.Hier wurde wieder Nichts von allgemeiner Bedeutung bestimmt.Für den Churstaat Köln hatte dieser Convent die Bedeutung,
I) Teelivllüvi'r, I, Iii, Z, !t>1.