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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
Entstehung
Seite
119
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daß hier grade mehrere protestantische Häupter durch Mettmanndie Bekanntschaft Hermann's machten, seine schwache Seite er-kannten und angriffen, und ihn durch schöne Worte zu ihrenAnsichten überzuziehen strebten. Vorzüglichen Einfluß gewannbei ihm Martin Bucer aus Schletstadt im Elsaß. H Als 26-jähriger Dominikaner ward er ein eifriger Schüler Luther'S,den er zuerst bei einer Disputation in Heidelberg 1513 sah undhörte. Er legte das Dominikancrkleid ab und ward auf Sik-kingcns Empfehlung Hofprcdigcr des Churfürsten Friedrich vonder Pfalz. Des Hoflebens müde, kam er 1522 auf die Ebern-burg, die Zufluchtsstätte so vieler Apostaten und Mißvergnügten.Sickingen verlieh ihm die Pfarrei Landstuhl. Hier gab er sei-ner neuen Lehre durch Beispiel Kraft, indem er die entsprungeneKlostcrjungfrau Elisabeth Pallaß heirathete. Seinen Ehrgeizschien die Pfarrei Landstuhl nicht zu befriedigen, und er begabsich von da sehr bald ( 1523) nach Straßburg, wo er als Ver-kündcr der neuen Lehre glänzende Erfolge feierte. Als straß-burger Abgeordneter war er zu Hagenau. Ein schlauer, ver-schlagener Kopf, erkannte er gleich, was bei dem gutmüthigenHermann auszurichten sei. Als Haupt und Führer zu glänzen,war seine ehrgeizige Absicht. Die neue Lehre war ihm wenigerZweck als Mittel, weßwegen er immerfort seine Ausdrücke undAnsichten den augenblicklichen Umständen anpaßte. Darum konnteman auch nie über seine eigentliche Lehre recht in's Reine kom-men. Bcrault Bcrcastcl schildert ihn als einen Abtrünnigenwie vom Orden des h. Dominikus so auch als einen Abtrünni-ge» von der Reformation Luthers; heut ein Zwingliancr, mor-gen ein Sakramcntircr, dann ein Lutheraner und Zwingliancrzugleich, so daß es unter allen Parteien immer ein Näthsel blieb,was für einen Glauben er hatte. Hermann's versöhnlichen, fried-ferngen Charakter hatte er gleich durchschaut und hiernach seinenPlan eingerichtet. Bei seiner ersten langen Unterredung, wozuer im Geheimen auf die Empfehlung Mettmanns gelassen wor-