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politischen Angelegenheiten durste er sich schmeicheln, bei derganzen Mit- und Nachwelt als wahrer Reformator der ganzenKirche und als Wiederherstcller des Friedens zu glänzen. Erschmeichelte sich mit dem Gedanken, daß er den bedeutendstenleitenden Einfluß gewinnen würde bei den vielen Religionsge-sprächen und Conventen, wodurch der Kaiser endlich einmal denFrieden wieder herzustellen und sich eine friedvollere und unge-fährdetere Stellung zu sichern hoffte. In diesem Glauben sandteer zuerst seinen Rath Peter Mcttmann, Hofmeister der beidenNeffen des Churfürstcn, der jungen Grafen Johann und Fried-rich von Wied, nach Frankfurt 1539, um in seinem Namen anden Religionsverhandlungen Theil zu nehmen.') Zu eigentlichenVerhandlungen über die eigentliche Streitsache kam es hier abergar nicht, und es wurde bloß durch einen fünfzehnmonatlichenWaffenstillstand vorgesehen, daß einstweilen der innere Unfriedenicht zu einem äußern Kriege ausschlage. 2) Mettmann's Sen-dung war so für die Plane Hcrmann's von keinem sichtbarenErfolge. Aber dennoch hatte sie in einer andern Beziehung un-verkennbare Folgen; denn Mettmann kam zurück, völlig für dieneue Lehre eingenommen, wofür er durch verschiedene Unterre-dungen mit Mclanchthon vollkommen gewonnen worden. Erkam nach Bonn zurück mit der Absicht, seinen ganzen Einflußzu verwenden, um auch seinen Herrn für die neue Sache zugewinnen. Auf der andern Seite hatten die Protestanten durchdiese Unterredung die Ucberzeuguug gewonnen, daß Hermann inseinem Nathe solche Elemente habe, welche ihn für die neueLehre anregen könnten, und hatten sich der freudigen Hoffnungergeben, den Chursiirsten über kurz oder lang ganz für ihrePartei zu gewinnen. Solcher Hoffnung lieh Melanchthon seineStimme, als er unter dem 17. März 1539 in schmeichelndenAusdrücken an den Churfürstcn schrieb: „er freue sich von Her-zen, daß der Churfürst durch echte Heilmittel die Gebrechen der
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