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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
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widersprechen wollen sie nicht. Haben sie dann aber einmalihre alten Ansichten fahren lassen und gutherzig die entgegenge-setzten angenommen, dann verinögen auch die trefflichsten Gründewohl selten sie wieder zurückzubringen. Weder vor sich selbst,noch vor ihrer Umgebung wollen sie das Zeugniß ihres leicht-gläubigen, unselbstständigen Geistes ablegen Ihre Unselbststän-digkeit und Charakterlosigkeit schlägt über in Hartnäckigkeit, welchesie selbst Charakterfestigkeit nennen wollen. Sie halten fest ander einmal angenommenen Ansicht, es sei Jrrthum oder Wahr-heit: denn sie haben keine Fähigkeit des Geistes, um aus sichselbst das Gegentheil zu beweisen, und sie haben zu wenig Ge-lehrigkeit, um sich von Andern eines Bessern überzeugen zulassen. Schon gleich beim Beginne der Reformation würde esein Leichtes gewesen sein, den Churfürsten zu der neuen Richtunghinüberzuziehen, wenn einen ihrer Wortführer der Zufall begün-stigt hätte, daß er das Vertrauen des schwachen Hermann ge-nossen hätte, und im Gegentheile würde in den churfürstlichenLanden kein Anhänger der neuen Lehre mit dem Leben davongekommen sein, wenn er der Leitung von eraltirten sanatischen katho-lischen Köpfen sich anvertraut hätte. So lange aber die Theologender kölner Universität, und namentlich Groppcr, seine alleinigenLeiter und Rathgeber waren, hielt er sich auf dem rechten Wegeund in der rechten Mitte. Groppcr'n vorzüglich gebührt dasVerdienst, in der kölner Kirche die Ordnung so lange aufrechterhalten und dort eingerichtet zu haben, was der ganzen katholi-schen Kirche zum Muster und Beispiel und der kölner Kirche zuso großem Heil, Segen und Ruhme gereichte. Gropper'n zier-ten dieselben Privattugenden wie auch seinen Fürsten; aber waSdiesem abging, das besaß jener in reichlicher Fülle. Auch ihmlag der Friede und die Versöhnung gar sehr am Herzen. Erwar aber auch der Mann, der sich ohne Gefahr zum Zwecke derVersöhnung mit den kräftigsten Gegnern einzulassen vermochte.Denn wegen seiner Milde und Sanftmuth bot er keine Gefahr,bei Vergleichsversuchen durch Bitterkeit und gehässige Ausbrüche