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dcm Gesuch der protestantischen Bürger um freie und öffentlicheReligionsübung zu willfahren. Wie der Protestanten Eifer zu-nahm, so nahm der der katholischen Geistlichen ab, und keinerbatte Muth oder Regsamkeit oder wissenschaftliche Kenntnissegenug, um sich mit den protestantischen Lehrern in eine zu wie-derholten Malen angebotene Disputation einzulassen. DieseLässigkeit erregte bei manchen noch katholischen Bürgern Miß-trauen gegen das gute Recht der katholischen Sache, undsie schlugen sich der protestantischen zu Zur festen Rege-lung der kirchlichen Verhältnisse beriefen die Evangelischenden Gerhard Ocmiken, welcher eben aus Lippstadt ausge-wiesen worden war. Ihm wurde der Auftrag, eine Kirchen -ordnung abzufassen. Er unterzog sich der Arbeit und legte diemit Benutzung der Arbeit von Bugenhagen verfertigte Kirchen-ordnung dem Rathe zur Consirmation vor. Dieser hieß sieDienstag nach Misericordia 1532 gut und beschloß sie dem Druckzu übergeben. Zur Leitung der kirchlichen Verhältnisse wurdeauf den Rath Luthers der Genter Joh. de Bruin als Super-intendent angenommen und ihm die St. Peterskirche überwiesen.?)Der Rath bemühte sich nun, alle Kirchen der Stadt und diezehn Kirchspiele der soester Börde für die Reformation zu ge-winnen. Aber er fand noch heftigen Widerstand an den Pfar-rern Ant. Vogler zu Loen und Sassendorf, Heinr. Greve zuSwewe, Heinr. Groitmann zu Vorgelen. Auch gerieth er inOpposition mit dem Herzoge, welcher auf der Einführung seinerKirchcnordnung von 1532 bestand. Der Rath weigerte sich hier-auf einzugehen und ließ sich mit immer größerm Eifer die Ein-führung der Reformation angelegen sein. Diejenigen Geistli-chen, welche zur neuen Lehre nicht übertreten wollten, mußtcnmeist die Stadt verlassen. Die sechs Pfarrkirchen der Stadt, wieauch die Kirchen auf der Börde erhielten im Laufe des Jahres1533 evangelische Prediger. An der Pcterökirche stand der
I) Ilsmelmann, p. 1599. ff.ü) .Zecliemlurt', III. Z. 25.