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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
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vollzogen.') Wenn dieses Bündniß Festigkeit gehalten hätte,einen schweren Stand würde wohl der Kaiser an dieser SeiteDeutschlands gegen diese vereinten feindlichen Kräfte gehabt ha-ben, und es möchten sowohl die kirchlichen wie politischen Ver-hältnisse Deutschlands rasch sich auf eine ganz andere Weisegestaltet haben. Der Kaiser erkannte diese Gefahr, würdigte sieund mußte, da alle Versuche zur gütlichen Vergleichung mitWilhelm gescheitert waren, kräftig zum Kampfe rüsten lassenund aus jede mögliche Weise den gefährlichen Folgen diesesBündnisses vorzubeugen suchen. Der kaiserliche Feldherr Rena-tus Prinz von Oranicn rüstete und stand kampfbereit in Bra-bant. Aber der Feind war nicht müßig, und der geldrischeMarschall Martin von Nossum warb eifrigst zahlreiche Truppenund wartete voll Ungeduld, bis er von den Franzosen Hülfeerhielt und mit diesen vereint den Kampf beginnen konnte.1542 kam der französische Feldherr Herzog von Longucvillemit einem Heere, und nun ward im Namen des Herzogs Wil-helm und Königs Franz dem Kaiser der Krieg angekündigt. Dasvereinte Heer fiel rasch in Brabant ein, setzte das ganze Landin Schrecken, trieb allenthalben Brandschatzungen ein und ver-wüstete Alles weit und breit. Der kaiserliche Feldherr Renatus,aus Brabant vertrieben, griff nun das Erbland des Feindesan; er nahm dort grausame Wiedervergeltung, durchzog dasLand weithin sengend und brennend und eroberte die StadtDüren (1542). Bald aber rückte auch der Herzog mit Hülfeder Franzosen zum Schutze seines Landes heran, schlug die Kai-serlichen bei Aldenhoven, zog vor Düren und nahm es wiedernach kurzer Belagerung. Der Kaiser selbst befand sich währenddieser Vorgänge in Afrika. In seinem Namen suchten bei die-sem zweifelhaften Stande der Angelegenheiten des österreichischenHauses auf dem Reichstage zu Nürnberg (1543) des KaisersBruder, König Ferdinand, und die Gesandten seiner SchwesterMaria, Statthalterin der Niederlande, die Stände des Reiches

l) 8Ieia-ui, I. XIII. p. 225.