Aber beide Botschaften richteten nichrö aus, und der Kaffee ver-weigerte die Anerkennung standhast. Wilbelm sah ein, daß ermit Gewalt gegen den Kaiser auf eigne Faust nichts ausrichtenwürde, und versuchte deßhalb einen gütlichen Vergleich mit ihm.Auf Veranlassung des römischen Königs Ferdinand sollte derVergleich bei cmer persönlichen Zusammenkunft beider Parteienin Brüssel abgeschlossen werden. Wilhelm reis'te 1540 dahinunter sscherm Geleite. Bald reis'te er aber auch wieder miß-muthig unverrichteter Sache ab, cr sich bei den Grundsätzender kaiserlichen Räthe, wonach Wilhclm'n der rechtmäßige Besitzdes geldrischen Landes gänzlich abgesprochen wurde, auf keineweitern Unterhandlungen einlassen konnte. Wilhelm, im Be-wußtsein seiner eignen Kraftlosigkeit dem Kaiser gegenüber, setztejetzt seine Hoffnung auf französische Hülfe. Er wandte sich anKönig Franz, vertraute sich ihm an und suchte bei ihm Rathund Beistand gegen den Kaiser. Er selbst reis'te zu der Zeit,als ihn der Kaiser auf dem Reichstage zu Regensburg erwartete,von dem im Jiilichschen gelegenen Schlosse Hambach mit weni-gen Getreuen auf ganz verschiedenen Wegen über Paris nachAmbois zum Könige Nur willkommen konnte dem Könige dieGelegenheit sein, dieses bittere Gefühl des Herzogs gegen denKaiser zur Verwirrung der deutschen Verhältnisse und zur Jn-triguc gegen den Kaiser zu benutzen. Bereitwillig ergriff er dieGelegenheit, welche ihm Hoffnung gab, bei diesem Streite, wennauch nicht gerade die geldrische Erbschaft, worauf cr vor Wil-helm Ansprüche gemacht hatte, so doch Brabant oder einen an-dern ihm gelegenen Theil des westlichen Deutschlands an sich zureißen. Band der Freundschaft und eines ewigen Bündnissessollte werden des Königs Nichte, die zwölfjährige schöne Prin-zessin Johanna, Tochter Margarethens, Königin von Navarra.Schwer hatte es dem Könige gehalten, den Widerwillen und dieAbneigung der Eltern und ihrer Rathgeber gegen diese Heirathzu besiegen. Aber es gelang, und im Juni 1S4l wurde diefeierliche Vermählung in der Kirche vom Cardinal Turneau
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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
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97
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