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Karl V. zu verderben, anspornen. Auf gutem Fuße stand erkeineswegs mit dem Kaiser. Denn sein langheriges zweiveuti-ges Benehmen in den Kriegen zwischen Karl und Franz I. vonFrankreich hatte im Kaiser gerechtes Mißtrauen erweckt, undwenig konnte ihm das viele An- und Zugehen französischer Agen-ten am herzoglichen Hofe gefallen. Das französische Geld unddie vielen leeren französischen Versprechungen halfen Franz'enbei Wilhelm seinen Zweck erreichen, der darauf hinging, inDeutschland nur Parteien zu stiften und zu erhalten, durch dieseParteien das Land in sich selbst zu schwächen, in seiner ganzenEinrichtung zu verwirren und mit leichtem Spiele den einenoder andern Reichstheil als Preis dieser Verwirrung und Streit-stiftung an sich zu reißen. Es war das Herzogthum Geldern,welches dem französischen Könige Gelegenheit bot, sich wiederin die deutschen Angelegenheiten zu mischen, und welches denHerzog Wilhelm bewog, sich mit Frankreich zu verbünden.')Noch zu den Lebzeiten des regierenden Herzogs Karl von Gel-dern wurde mit seiner erzwungenen Genehmigung zwischen de»Landständen des Herzogthums und dem Herzoge von Cleve einVertrag geschlossen, gemäß dem nach Absterben des kinderlosenHerzoges die Erbfolge dem Herzoge Wilhelm von Cleve zuge-sichert wurde. Nach dem Tode des Herzoges von Geldern setztesich auch wirklich Wilhelm von Cleve in Besitz des Landes undließ sich in allen Städten huldigen, 1S39. Der Kaiser aberwollte diese Besitzergreifung nicht zu Recht anerkennen, und be-anspruchte das ganze Erbe als erledigtes Reichslehen für sichselbst. Wilhelm suchte die deutschen Neicksstände für sich zugewinnen, und schickte Gesandte auf den Convent nach Frank-furt, um die versammelten Fürsten zu einer Jntercession beimKaiser zu seinen Gunsten zu bestimmen. Zugleich schickte er auchandere Abgeordneten nach Spanien zum Kaiser selbst, um seineZustimmung zu dem Regierungsantritt in Geldern zu erlangen/)
1) 8Ieia-.il, l. XIII S. 22s. WO. ff.
2) 8Ieiaan, I. Xll. S. 202.