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nung wollte. Das abgebrochene Gespräch sollte auf dein Reichs-tag in Negensburg fortgesetzt werden.') Auch dabin wurdenwieder Heresbach und Vlatten hingesandt. Mit ihnen zogenJohann von Dockum, Johann Valtenmeicr, Sibert Mutzhagen,Johann Waltheimer, Albrecht König, alles der h. Schrift undder Rechte Doctorcn und Licentiaten.-) Hier übergaben sie einneues Gutachten, worin sie sich in Betreff der Erbsünde, derRechtfertigung, der guten Werke u. s. w. ganz nach protestanti-schen Grundsätzen aussprachen; aber äußerlich bekannten sie sichnoch keineswegs zur protestantischen Partei. -) Als Protestantenhatten sie gesprochen, aber als Katholiken unterschrieben, undbei ihrer Rückkunft ließen sie den Herzog wiederum in der Un-gewißheit, wo er mit der Sache daran war, und wie er sich inBetreff der Reform verhalten solle. Er hätte gerne einmal denMelanchthon eine Zeitlang an seinem Hofe gehabt, um mit ihm,dessen friedfertige und gemäßigte Gesinnung er kannte, zu be-rathen, wie die Sache zu beginnen und durchzuführen sei; aberdieser kam nicht.'') Dem Hercsbach und seinen Freunden alleinwollte er nicht folgen und wollte lieber das Beispiel des Eras-mus nachahmen, der auch die Reformen begünstigt, sich abernicht völlig von der Kirche losgetrennt hatte. Darum ließ er esimmerfort beim Alten und that wenig zur Förderung und wenigzur Unterdrückung der Reformation. Die Besorgniß seines Va-ters vor den wiedertäuferischen Jrrthümern hegte er nicht sosehr, und er glaubte es auch mit seinem Gewissen vor Gottund Kaiser vereinen zu können, wenn er ruhig von selbst sichentwickeln ließe, was so viele andere Reichssürsten mit Gewalteinführten. Zu einem solchen passiven Verhalten, bevor man sichim Reiche über die kirchliche Angelegenheit geeinigt habe, mochteihn auch noch sein Wunsch, es in keiner Weise ganz mit Kaiser
1) 8le!cksnu8, äe statu retig., I. XIII.
2) Reichstags-Abschied, S. 279.
3) Sallg, B. 3. K. 2. z. 3.
4) Berg, S. 5g. Bretschneider, corp. rekorm. V. 145.