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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
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religiöse Meinungen beigebracht, und durch das Beispiel seinesVaters war auch in ihm das Bestreben erwacht, nach Kräftendie nothwendige Reform durchzuführen, auch ohne förmlicheTrennung von der katholischen Kirche. Erasmus war nicht mehrund konnte ihm keine Winke mehr geben für sein ernstes Stre-ben; die Kraft des väterlichen Beispiels war auch schnell ver-wischt; und nun stand er nur noch unter dem Einflüsse seinesLehrers und Geheimerathes Heresbach. Dieser säumte nicht, sichimmer mehr an Anhänger und Vertheidiger des protestantischenLehrbegriffs anzuschließen, um mit ihnen vereint das Ziel, dieEinführung der lutherischen Reform, zu erreichen. Melanchthonwar vom bedeutendsten Einflüsse. Hand in Hand mit ihm gin-gen verschiedene herzogliche Hofleute, welcke, selbst für die Re-formation gestimmt, auch den Herzog völlig dafür zu gewinnensuchten. Dies waren namentlich der clevische Kanzler JohannGogreve und der Rath vi. im-. Jakob von Omphal aus An-dernach.') Für die neue Richtung, wenn auch nicht in ihrerganzen Ausdehnung, waren gestimmt die Kanzler Heinrich Bar-säus, genannt Olyschläger, und Johannes Vlatten. Der Herzogwußte aber noch keineswegs, was er thun sollte; vorläufig hielter sich noch an seines Vaters Kirchenordnung. Wenn er überdiese hinausgehen sollte, so wollte er sich dabei nicht einzig aufsich und seine Näthe verlassen. Er richtete seine Augen aufKaiser und Reich. Bereitwillig nahm er die Einladung an,das Colloquium zu Worms zu beschicken. Es wurde eine Schriftaufgesetzt, die ganz mit den Grundsätzen in der KirchenordnungJohann's übereinstimmte, und Heresbach und Vlatten zogenhiermit nach Worms. Der Herzog baute große Hoffnungen aufdiese Sendung, und erwartete, daß seine Gesandten eine sichereNorm zurückbringen würden, wonach er in Uebereinftimmungmit Kaiser und Reich die Reform bewerkstelligen könne. Abernichts brachten sie zurück nach Hause, was Wilhelm bestimmenkonnte, einen Schritt weiter zu gehen, als seines Vaters Ord-

I) riar2lik>im, bibl. Lot., tül.