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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
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keiner Weise. Wo er aber glauben durfte, daß man weiternichts beabsichtige als nur Einführung und Verbreitung seinereigenen, von Erasmus vertretenen und von Heresbach etwaserweiterten Ansichten, da blieb er mit seiner kräftigsten Unter-stützung nicht zurück. Die Universität Köln, worauf alle seineUntcrthanen angewiesen waren, welche sich nahe der Heimathhöhere Bildung erwerben wollten, erkannte er als die Pflanz-schule der alten Grundsätze. Wenig Vertrauen hegte er, daßdie dort gebildeten Männer, wenn sie in seinen Landen zu An-stellung gekommen, so bald seiner Geistesrichtung huldigen wür-den. Darum ging er mit dem Plane um, nach dem Beispieleverschiedener anderer deutschen Fürsten in seinem Lande eineUniversität zu gründen, welche keine römisch-katholische, sonderneine herzoglich-katholische sein sollte. Wenn theologische Streit-fragen zum Spruche vor eine Universität kommen sollten, oderwenn er sich in Kirchen- und Glaubenssachen bei einer theolo-gischen Fakultät Raths erholen wollte, so wußte er, daß diekölner Theologen wohl selten seine Ansichten theilen würden.Darum wünschte er in seinem Lande ein theologisches Tribunalaus lauter ihm geistesverwandten Männern zusammengesetzt, woer bei jeder Streitsache schon im Voraus wußte, daß er Rechterhalten würde. Weil aber nach damaligem Rechte das Unter-richtswesen überhaupt noch zum Ressort der Kirche gehörte, undandererseits auch meist nur durch päpstliche Privilegien die äu-ßern Mittel zur gehörigen Besoldung der einzelnen Lehrer ge-boten werden konnten, so mußte er hiezu beim Papste dieZustimmung und die Privilegien nachsuchen. Weil aber nachder Fundations-Urkunde der Universität Köln die herzoglichenLande dem Distrikte der kölner Universität zugewiesen waren,so mußte der Papst schon dieserhalb gerechtes Bedenken tragen,der Stadt Köln einen solchen äußern Nachtheil zu bringen. Zu-dem kannte er auch die Gesinnungen Johannes und seiner Räthe,und mußte in dieser Beziehung befürchten, eine Pflanzschule desProtestantismus mit seinen Privilegien auszustatten. Als Sitz