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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
Entstehung
Seite
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Ueberall, wo weiter in der Reform gegangen wurde, als seineOrdnung vorschrieb, da sah er voll Angst den Abgrund, wo-hin die Neulehre in Münster geführt hatte, und er wehrtedurch scharfe Verordnungen, daß kein Schritt von dem vorge-zeichneten Pfade abgewichen würde. Daher auch sein scharfesVerfahren gegen Johann Lpcaula in Altena. Dieser war imBergischen geboren; in Köln hatte er sich mit Erfolg neben demStudium der Theologie dem Studium der lateinischen, griechi-schen und hebräischen Sprache gewidmet. Nachdem er sich län-gere Zeit an verschiedenen Orten des kölnischen und bergischenLandes aufgehalten hatte, ward er in Altena als Geistlicherangestellt. Johann's reformirende Kirchenordnuug schien ihmhinter den Bedürfnissen einer wahren Reform weit zurückzublei-ben, und er dehnte sie aus bis zu den Grundsätzen der sächsischenKirche. Im Jahre 1537 hatte er Alles, was Luther aus derKirche und dem Glauben gebannt wissen wollte, abgeschafft:Anrufung der Heiligen, Werkthätigkcit, Fasten, Meßopfer wollteer nicht. Er führte, wie er sich ausdrückte,einen wahren evan-gelischen Gottesdienst" ein und theilte das Abendmahl unter bei-den Gestalten aus. Die Feinde der Neuerung kannten desHerzogs Furcht und Besorgniß vor den anabaptistischen Irrlehren,und sie suchten ihm, um ihn feindselig gegen Lpcaula zu stim-men, den Glauben beizubringen, als versuche dieser, die wie-dertäuferischen Jrrthümer zu verbreiten. Obwohl er sich gegendiese Anklagen in einer eignen Schrift (welche er in Solingendrucken ließ bei Johann Soter, wo mehrere Schriften heraus,kamen, die in Köln unterdrückt worden wären) zu vertheidigcnund sein Recht bei seiner ganzen Lehre und neuen Einrichtungdarzulegen suchte, so ging doch vom herzoglichen Hofe Spruchund Befehl gegen ihn aus. Er ward seines Amtes entsetzt undmußte das Land räumen.') Bestrebungen zur Einführung derReform ganz nach sächsischen Grundsätzen duldete der Herzog in

t) Berg, S. 55. Ilawelnianii, S. 825. Itnr/Keiin, Iiibl. <Zot.; npo-lo^in 5on. l,)'c<ui>ao Montau! z 8ul!»g!avi .Ion. 8oter 1538,