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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
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konnte den Wünschen der protestantisch Gesinnten wieder wenigentsprechen; denn Erasmus statte wieder die letzte Hand darangelegt. Sie athmete wieder ganz den Geist des Erasmus: keineTrennung von der katholischen Kirche erzielte sie, sondern nureine Reform in derselben, aber nach allzu wenig katholischenGrundsätzen. Sie war nicht katholisch und war nicht protestan-tisch; sie war eine merkwürdige Frucht von Halbheit, Ungenauig-keit und Ängstlichkeit im Glauben und kirchlichen Leben; sie warwieder zu viel katholisch, um protestantisch, und zu viel prote-stantisch, um katholisch genannt werden zu können. Die Auto-rität der Gemeinde bei der Anordnung des Gottesdienstes, beiAbschaffung von Mißbräuchen und bei Berufung des Predigersverwarf sie, gab aber hierin der geistlichen Obrigkeit zu wenigRecht und Einfluß; die Messe wollte sie beibehalten wissen, ließes aber zweifelhaft, ob als einen frommen Gebrauch und eineeinfache gottesdicnstliche Handlung, oder als ein wirkliches gott-gefälliges Opfer; die Ohrenbeichte wollte sie aufrecht erhalten,schien aber hiebei weniger auf die Früchte des Sakraments, alsauf den allgemein moralischen Nutzen zu sehen; sie schien bloßeine Privatbekehrungs- und Besscrungs-Anstalt sein und haupt-sächlich zur Rathgebung in schwierigen Gewisscnsfällen dienenzu sollen, warum sie denn auch gar keine Vollständigkeit undUmständlichkeit bei der Beichte verlangte und an eine Verweige-rung der Absolution gar nicht zu denken schien; alle Sakramentesollten gespendet, das dreimalige Läuten des Tages, die Aus-theilung des Weihwassers, wie überhaupt alle Ceremonien undGebete, und zwar in lateinischer Sprache, sollten beibehaltenwerden, dies alles aber weniger aus innern Gründen, als viel-mehr um von dem althergebrachten Gebrauche nicht abzugehen;die Ehesachen betreffend, rettete sie die katholischen Grundsätze,wonach solche Sachen vor das Forum der Kirche gehören; inandern Punkten zeigte sie sich wieder gar schwankend und unbe-stimmt: in Betreff des Fastengebotcs zeigte sie sich zu lar; dieLehre vom Fegfeuer ließ sie unverändert, wie sie überhaupt die