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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
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weckung der Frömmigkeit geeignet. Die Beichte ist abgeschafft;inzwischen aber beichten die Meisten nicht einmal mehr Gott.Fasten und Abstinenzgebot ist abgekommen; inzwischen aber er-gibt man sich dem Trünke, und so sind Manche dem Judaismusentgangen, um Epikuräer zu werden. Die Ceremonien sind mitFüßen getreten, aber ohne Gewinn für den Geist, der vielmehrmeinem Urtheile nach wesentlichen Abbruch erlitten hat. Men-schensatzungen werden mit andern menschlichen oder vielmehr un-menschlichen Satzungen vertauscht, nur der Name hat sich geän-dert, denn man nennt sie jetztGotteswort""; übrigens istdie Sache so wenig inilder geworden, daß mehrere Ehrenmännereine freiwillige Verbannung der neuen hochgepriesenen Freiheitvorziehen. So entschlagen sich des Menschenjoches die, die un-ter dem neuen Evangelium den Nacken beugen. Wahrlich, ichbesorge vielmehr, daß die Meisten statt eines schweren Menschen«jochcs das schwerere des Satans tragen. Die Apostel haben,um mehr dem Evangelium sich zu widmen, nicht geheirathet, dasie hätten Heirathen können, oder ihre Weiber als Schwesternbetrachtet; jetzt blüht das Evangelium, weil Priester und Mönchegegen die menschlichen Gesetze, wenigstens gegen ihre Gelübde,Weiber nehmen. Während sie Niemand lieben, als sich, wäh-rend sie weder Gott, noch den Bischöfen, noch den Fürsten undObrigkeiten gehorchen, während sie dem Mammon, dem Baucheund der schnöden Lust fröhnen, wollen sie für evangelisch gehal-ten sein und berufen sich auf Luther als ihren Lehrer und Meister.Luther aber predigt überall den Glanben, und wo ist er? Wirsehe» bei den Meisten nur Worte des Fleisches, keine Spur desGeistes. Was haben sie also mit ihrem Luther?"')

Im Januar 1532 ward die Kirchcnordnung publizirt. Sieathmete ganz des Erasmus Geringschätzung der meisten damali-gen neuen Religionslehrer. Sie ging heftig an gegen die da-mals gebräuchliche Art, dasreine Evangelium" zu verkünden

>1 Ddllinger, Bd. I. S. 13. ff.