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der Reformation stehen blieb und seinen katholischen Namenretten wollte, theilte Hereöbach ganz die Meinung und Gesinnungdes Erasmus. Auf dieser Scheide aber angekommen, trennteer sich von Erasmus und schloß sich ziemlich genau an die Grund-sätze Melanchthon's an. Wenn man auch nicht nachweisen kann,daß er durch erklärten Uebertritt zum Protestantismus dies be-kundete, so zeigen es deutlich seine verschiedenen Bestrebungen,die clevischen Kirchenordnungen ganz auf melanchthonischen" An-sichten fußen zu lassen. H Hand in Hand mit Erasmus hatteer beim Herzoge den Wunsch nach einer bessern Kirchenordnunggenährt und darauf gedrungen, eine rcformirende Kirchenordnungzu verfertigen. Auf den Rath Heresbach's und der meisten her-zoglichen Räthe ward hiezu der am Hofe in hoher Achtung undgroßem Ansehen stehende Erasmus zu thätiger Beihiilfe ange-gangen. Erasmus unterzog sich der Mühe. Daß aber dieseKirchenordnung nach dem Wunsche der Protestanten ausfallenwürde, konnte man durchaus nicht erwarten, wenn man bedachte,wie Erasmus über die Reformation schon geraume Zeit vorhergcurtheilt hatte. In einer Schrift gegen den zur lutherischenLehre übergetretenen Priester Gerhard Geldenhauer von Nym-wegen hatte er unter Anderm gesagt: „Das öffentliche Gebet istverworfen; setzt betet eine große Menge gar nicht mehr. DieMesse ist abgeschafft; was ist aber Besseres an ihre Stelle ge-kommen? Ich bin nie in ihre Kirche gekommen, aber manchmalhabe ich sie von der Predigt heimgehen sehen, wie vom Teufelbesessen: Zorn und Wuth zeigten sich auf allen Gesichtern, undkeiner von Allen erwiederte mir und einigen ehrenhaften Män-nern, die mich begleiteten, meinen Gruß, als nur ein altesMännlein. Wer sah se in ihren Predigten Einen Thräncn ver-gießen über seine Sünden, an die Brust klopfen oder seufzen?Der größte Theil der Predigt wird mit Schmähungen über dasLeben der Priester zugebracht, und wenn man die Wahrheitberichtet, sind sie mehr zur Erregung von Aufruhr, als zur Er-
I) IMrzUieiill, didl. Col.: u. a. O.