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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
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etwa mit wahrem Ernste und religiösem Gefühle das ganze ka-tholische Kirchenthnm betrachtete, etwas Anziehendes und Plau-sibeles, und konnte leicht den theologisch nicht Durchgebildetenganz für sich einnehmen. Den wahren Theologen konnte eraber nur von Anfang bestechen. Wenn dieser ihn mit wahremErnste mit allen seinen Conscguenzen betrachtete und, unberührtvon parteiischer Leidenschaft, übersah, mußteer sich bald wiederdavon wegwenden und zur alten Lehre zurückkehren. SolcheTheologen wendeten sich von der lutherischen Lehre, weil sie danicht zu finden vermochten, was sie suchten; sie kehrten abernicht ohne bittere Gefühle zur alten Kirche zurück, weil nochnicht Alles aus ihr entfernt war, was sie anfänglich derselbenentfremdet hatte, und weil vielfach aus bloßer Leidenschaft undpurem Widerspruchsgeist die Wortführer auf katholischer Seitekeineswegs solche Verbesserungen zulassen wollten, welche so garleicht so sehr viele Gemüther wieder versöhnt und beruhigt hät-ten. Bon diesem Gesichtspunkte aus muß man beurtheilcn dasBetragen und die Schriften eines Erasmus, Georg Wicel, Jo-hann Hauer, Theobald Thamer, Johann Wildenauer (genanntSylvins Egranus), Crotus Rubnanus, Theobald Billikanus^Jakob Strauß, Johann von Staupitz, Vitus Amerpach, Wili-bald Pirkheimer, Ulrich Zasius, Heinrich Loviti Glareanus, Se-bastian Frank, Johann von Betzheim, Adelmann, Fabcr, Cus-pinian, Alexander Brassikanus. Anders war es mit den Halb-theologen : sie ließen sich von dem Guten an der Sache bestechen,die Sache in jeder Beziehung als gut anzunehmen, machten dieAnsichten der Neuerer in jedem Falle zu den ihrigen und warennicht im Stande, durch tieferes Forschen und selbststeindiges Ur-lheil sich aus diesen Banden herauszuwindcn. Sie glaubten,Theologen im wahren Sinne des Wortes zu sein, und schmei-chelten sich mit dem Gedanken, in ihrer Umgebung als Nerthei-diger und Verbreiter der Wahrheit zu gelten. Zu diesen gehörteauch Heresbach. Bis dahin, wo Erasmus in seiner Begünstigung

l) Siehe über sie in Ddllingcr's Reformation,