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ren, da der Papst den Priestern in deutschen Landen die Ehenverboten, und ein Erzbischof zu Mainz dasselbe Gebot hatverkündigen und seine Pfaffen darzu dringen wollen, daß siesich mit Gewalt dawider so hart gesetzet, daß der Erzbischof ineiner Empörung von der Priesterschaft in einem Gedränge fastumgebracht wäre, so fragte König Ferdinand den bei ihm sitzen-den Erzbischof Albrecht von Mainz, ob das wahr sei";') beider Bejahung des Albrecht mochten in Manchem gar eigne Ge-danken über den Cölibat entstehen. Weil so gar Viele zugegenwaren, welche wenig von der ganzen Sache verstanden, unddenen wohl recht gefallen konnte, was Melanchthon in seinerArbeit so milde und genehm vorbrachte, und den schroffen Be-hauptungen Luther's gegenüber in eine verfeinerte und wirklichverbesserte Form eingekleidet hatte, so konnte Mancher sich leichtein günstiges Urthcil über die neue Sache bilden. Herzog Wil-helm von Baiern soll, nachdem er aus der Versammlung nachHause gekehrt sei, gesagt haben, so habe man ihm vorher vondieser Sache und Lehre nicht gesprochen.^) Einige Cardinälesogar sollen sich geäußert haben, daß die protestantische Sacheund Lehre recht sei, man hätte es aber ohne Mehrer Zuthunnicht vornehmen sollen. Manche Bischöfe sollen die ganze Sachesehr glimpflich beurthcilt haben. Luther selbst schreibt, ein Bi-schof hätte in einer Pnvatversammlung verlauten lassen: „eSist die pure Wahrheit, wir können's nicht läugnen."^) So auchder Erzbischof Albrecht von Mainz, dem namentlich die Artikelvon der Pricsterehe, von den beiden Gestalten und von demUnterschiede der Speisen gefallen haben sollend) Eben so sollErzbischof Hermann von Köln für die Sache eingenommen ge-wesen sein; er soll gesagt haben: „Ich bin ein Bischof und sollmeine Kirche regieren und predigen. Nun kann ich's nicht. Aber
1) Salig, B. 2. Ä. 4. §. 2S.
2) Salig, B. 2, K. 2. §. t.z Etliche Itistaricu, tmn. V, Nt. k. I5t!.
3) I,utli. op!z. n<i Ilaasmannuni n>ni<I (.'nalestin, t.mn >1 s, 2Nl>.ibiä.