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Geschichte der Reformation im Bereiche der alten Erzdiözese Köln
Entstehung
Seite
66
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Laienkelches, das Verbot der Priesterehe, die Messe, die Ohren-beichte, die Enthaltung von Fleischspeisen, die Klostergeliibde unddie bischöfliche Gewalt.

Gar schwierig war nach der öffentlichen Vorlesung derConfession die Stellung des Kaisers den einzelnen Ständen,dem ganzen Reichstage und dem ganzen Reiche gegenüber. Sollteer bei so offenem Widerspruch gegen den geltenden Glauben undgegen fünfzehnhundertsährige Verfassung und Einrichtung derKirche dem Gesetze Kraft geben, das Wormser Edikt gegenLutherund seinen ganzen Anhang vollziehen und mit Gewalt gegen dieUngehorsamen verfahren; oder sollte er mildern Weg einschla-gen und die Confession frommen, gelehrten und unparteiischenMännern zur Begutachtung übergeben und hiernach seinen kai-serlichen unabänderlichen Beschluß bestimmen; oder sollte er einemöglichst überzeugende Widerlegung ausarbeiten und verlesenlassen, vorläufig einen entscheidenden Schritt suspendiren unddiesen den Bestimmungen eines baldigen allgemeinen Concilsüberlassen? Weil Friede und Einigung ihm so gar sehr amHerzen lagen, konnte er sich nicht für Srrenge und Gewalt ent-scheiden. Durch Unterhandlungen, Besprechungen, Belehrungenund Widerlegungen suchte er zum Ziele zu kommen. Hierdurchmußte es kommen, daß die Protestanten, namentlich die theolo-gisch ungebildeten, an ihrem schon verlesenen Bekenntnisse irrewurden, in ein stetes Schwanken geriethcn und sich wenig Re-chenschaft zu geben wußten über das, was sie glauben sollten.Es wurde fort und fort hin und wieder überlegt, gerathcn, ge-stritten, disputirt. Commissionen und Ausschüsse wurden gebil-det, um auf irgend eine Weise durch Nachgeben oder Ueber-weisung zur Einigung zu gelangen. Wenn man sich über einenPunkt geeinigt zu haben glaubte, stieß man wieder auf einenhäcklichen Nebenpunkt, und die ganze Sache ging wieder denKrebsgang. Zu gewünschtem Ziele war es auf solche Weiseunmöglich zu gelangen, zumal wenn sich Luther selbst von Ko-burg aus von Zeit zu Zeit in seiner gewohnten bittern Weise